Siddhartha Mukherjee, Fritz Pleitgen: Der König aller Krankheiten

Seit über fünftausend Jahren lebt die Menschheit mit Krebs. Ebenso lange stirbt sie daran. Und doch gilt Krebs als eine »moderne« Erkrankung, weil keine andere Krankheit unsere Zeit dermaßen prägt. Bezeichnend sind die Namen, die man dem Krebs gegeben hat: »König aller Krankheiten« oder »ein Monster, unersättlicher als die Guillotine«.
In seiner perfiden Perfektion, in seiner Anpassungsfähigkeit und seiner Widerstandskraft nimmt der Krebs beinahe menschliche Züge an. Seine Geschichte gleicht einer Biografie: Es ist die Geschichte von Leid, von Forscherdrang, Ideenreichtum und Beharrlichkeit – aber auch von Hochmut, Arroganz und unzähligen Fehleinschätzungen.
Siddhartha Mukherjee widmet sich seinem Thema mit der Präzision eines Zellbiologen, mit der Kenntnis eines Historikers und mit der Passion eines Biografen. Fesselnd erzählt er von der persischen Königin Atossa, deren griechischer Sklave sie möglicherweise von ihrem Brustkrebs geheilt hat, von Erkrankten im 19. Jahrhundert, die erste Bestrahlungen und Chemotherapien über sich ergehen lassen mussten – und immer wieder von seinen eigenen Patienten.
>Der König aller Krankheiten< wirft einen faszinierenden Blick in die Zukunft der Krebsbehandlung und liefert eine brillante neue Perspektive auf die Art, wie Ärzte, Wissenschaftler, Philosophen und Laien den kranken – und den gesunden – Körper während Jahrtausenden begriffen haben.

Übersetzt von Barbara Schaden
DuMont Buchverlag GmbH, € 26,00

Februar 2012 – gebunden – 760 Seiten

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Werner Fuld: Das Buch der verbotenen Bücher

Die Siege des Wortes über die Macht. „Die Geschichte der Verbote ist eine Geschichte vom Überleben“, befand Werner Fuld und schrieb die weltweit erste Universalgeschichte der verbotenen Bücher. Gibt die Nachwelt jedem verbotenen Buch die ihm gebührende Würde zurück, wie Tacitus angesichts einer Bücherverbrennung vor 2000 Jahren prophezeite? Oder lassen die Flammen gar manche Schrift erst in hellem Licht erstrahlen, die sonst im Dunkeln geblieben wäre? Ovid wurde von Kaiser Augustus im Jahre 13 nach Chr. verbannt, auf dem Vatikanischen Index fanden sich zwar Kant und Gregorovius, nie jedoch Hitler, Lenin oder Marx. Mit ihnen befasst sich Fuld ebenso wie mit erotischer und ketzerischer Literatur, mit den Schwarzen Listen unter den Nazis, in der DDR und natürlich auch in der BRD, wo Texte als „staatsgefährdende Schriften“ verboten wurden, die als kommunistisch eingestuft wurden oder Kritik an der Bundesregierung oder den Alliierten übten.
Noch heute werden hierzulande im Schnitt jährlich 300 Bücher verboten, 1995 etwa Bret Easton Ellis‘ Weltbestseller American Psycho, der erst 2001, nach mehreren Gerichtsverfahren, freigegeben wurde. Fast alle großen Klassiker, von wie Goethes Werther über Flauberts Bovary über Prousts Récherche bis Joyces Ulysses oder Nabokovs Lolita (zuerst in einem pornographischen französischen Verlag erschienen, weil niemand sonst es drucken wollte), haben z. T. turbulente Verbotsgeschichten aufzuweisen. Doch Fuld widmet sich nicht nur der westlichen Welt. Auch China, Russland und die islamischen Länder hat er im Fokus. Weltweit ist die Liste verbotener Bücher schier endlos und ständig kommen neue hinzu. Grund genug, ihnen und ihrer Geschichte endlich ein eigenes Buch zu widmen.

Werner Fuld wurde 1947 in Heidelberg geboren. Er arbeitete mehrere Jahre als Literaturkritiker u. a. für die FAZ und Die Zeit. Er veröffentlichte mehrere Biographien so z. B. über Walter Benjamin und Wilhelm Raabe. Besondere Aufmerksamkeit erregte sein Buch Die Bildungslüge (2004). Als Herausgeber veröffentlichte er unter anderem Ich küsse dich von Kopf bis Fuß. Die Liebesbriefe berühmter Persönlichkeiten (2000). Als Herausgeber veröffentlichte er u.a. den Briefwechsel von Erich Maria Remarque mit Marlene Dietrich („Sag mir, daß du mich liebst“, zus. mit Thomas Schneider, 2001) und „Der Mona Lisa Schwindel“ (2011). Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Galiani, Verlag, € 22,99

Februar 2012 – gebunden – 352 Seiten

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Kempowskis Rostock

Heinrich Böll und Köln, Thomas Mann und Lübeck – es gibt Städte, die haben das große Glück, dass sich ihnen und ihrer Geschichte große Autoren widmeten. Auch Rostock gehört zu den derartig Bevorzugten. In zahlreichen Romanen hat Walter Kempowski seine Geburtsstadt nicht nur zur Kulisse, sondern zum prägenden Inhalt seiner Bücher gemacht. Erstmals erscheint ein Band, der in Wort und Bild Kempowskis Rostock nachgeht. In Wort, das heißt in ausgewählten Passagen aus Walter Kempowskis Romanen. Und in Bild, in historischen Aufnahmen, die wie die Literatur eine Welt festhalten, die ansonsten längst untergegangen ist. Aufnahmen, ausgesucht von einem weiteren Chronisten der Hansestadt: Gerhard Weber, Fotograf und Sammler historischen Bildmaterials. Ihm ist es gelungen, zu den Texten die passenden Fotos zu stellen, von den altehrwürdigen Bauten der Stadt an der Warnow bis zu den Orten, die für die Familiengeschichte der Kempowskis große Bedeutung hatten. Ein großer Text-Bild-Band, spannend, unterhaltsam, aufschlussreich, der vom Zusammenspiel der herausragenden Literatur mit den vorzüglichen Fotografien lebt.

Herausgegeben von Gerhard Weber
Hinstorff Verlag GmbH, € 29,95

September 2011 – gebunden – 223 Seiten

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Jennifer Egan: Der größere Teil der Welt

Bennie Salazar, ein Musikproduzent mit Visionen, hat Höhen und Tiefen erlebt. Auch seine Assistentin Sasha hat Probleme, von denen er allerdings nichts ahnt. Als Scotty, der Leadgitarrist von Bennies einstiger Punkband, überraschend wieder auftaucht, holt die Vergangenheit beide ein. Jennifer Egan entwirft ein großes Portrait des kulturellen Umbruchs seit dem Ende der Utopien bis zum digitalen Zeitalter und erzählt in wechselnden Perspektiven von Liebe, Freundschaft und Verlust. Der größere Teil der Welt reicht von der Musikszene San Franciscos Ende der Siebziger und dem New York der Neunziger bis zur ökologischen Katastrophe der Zukunft und einem verblüffenden Konzert am Ground Zero. Für ihren Roman erhielt Jennifer Egan den Pulitzer-Preis 2011 und zahlreiche weitere renommierte Auszeichnungen. Der größere Teil der Welt wird verfilmt, ist in 28 Sprachen übersetzt und international ein Bestseller.
»Jennifer Egan erzählt vom Erwachsenwerden und Altern im digitalen Zeitalter und spürt mit warmherziger Neugier den kulturellen Quantensprüngen unserer Zeit nach.« (Aus der Begründung zum Pulitzer-Preis)

Jennifer Egan, geboren 1962, lebt mit ihrer Familie in Brooklyn, NY. Ihr erster Roman, DIE FARBE DER ERINNERUNG, wurde verfilmt. Es folgten EMERALD CITY und LOOK AT ME, beide für den National Book Award
nominiert, sowie der US-Bestseller IM BANN. Für DER GRÖSSERE TEIL DER WELT erhielt sie den Pulitzer-Preis 2011 und zahlreiche weitere Auszeichnungen.

Übersetzt von Heide Zeltmann
Schoeffling + Co., € 22,95

Februar 2012 – gebunden – 392 Seiten

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