Buchpremiere /// Pina Bausch backstage /// 10. April 2014 /// 19.30 Uhr /// Werth 79 /// Eintritt frei

 

«Ein Glücksfall, der nicht hoch genug
eingeschätzt werden kann.»
Salomon Bausch

Steckelings_Cover

KH. W. Steckelings – Pina Bausch backstage

Vor 40 Jahren – zur Spielzeit 1973/74 – übernahm Pina Bausch (1940-2009) die Tanzabteilung der Wuppertaler Bühnen und löste mit ihren Produktionen bald heftige Kontroversen aus. Wer klassisches Ballet erwartete, sah sich plötzlich mit einem theatralen Spiel konfrontiert, wobei die Tänzer auch sprachen, sangen, lachten und weinten. Das Publikum war gespalten: Die einen verließen Türe knallend die Vorstellung, die anderen waren hingerissen; in der Presse brach ein Sturm los. Mit ihrer Gruppe emanzipierte Pina Bausch den Tanz und machte aus ihm eine eigene, neue Form des Theaters. Dies war eine Revolution, die bald ein weltweites Echo hervorrief und den Tanz international neu definierte.

Stefan Koldehoff, Redakteur beim Deutschlandfunk und Herausgeber des Buches, unterhält sich mit dem Photographen KH W. Steckelings über seine Beziehung zu Pina Bausch, die Entstehung seiner außergewöhnlichen Bilder und die kulturelle Atmosphäre im Wuppertal der 1970er Jahre.
Donnerstag, 10. April 2014 / 19.30 Uhr / Bücher Köndgen Barmen / Werth 79 / 42275 Wuppertal / Eintritt frei

Ein Zeuge der ersten Stunde war der Filmemacher und Fotograf KH. W. Steckelings. Pina Bausch lud ihn ein, ihre Compagnie bei den Proben und in den Pausen mit der Kamera zu begleiten. Steckelings tat dies mit größter Unauffälligkeit und intimer Empathie: Die Tänzer nahmen seine Anwesenheit augenscheinlich kaum wahr; nichts an seinen Aufnahmen wirkt irgendwie gestellt oder gekünstelt. Der Betrachter fühlt sich direkt hineinversetzt in den künstlerischen Prozeß jener Anfangsjahre, als Pina Bausch und ihre Gruppe neue tänzerische Ausdrucksformen entwickelten. Mehr noch: Steckelings hatte seinerseits den Blick des Choreografen, der in den zufälligen Konstellationen der Übungsarbeit das Bild zu sehen vermochte. So sind seine Fotos mehr als nur Dokumente aus der Anfangszeit von Pina Bausch, sondern Werke von eigenem künstlerischem Rang – eine Entdeckung!

Pina_lachend KopieErschienen in Kooperation mit der Pina Bausch Foundation.
Mit einem Vorwort von Salomon Bausch sowie einem Essay von Nora und Stefan Koldehoff.

KH. W. Steckelings: Pina Bausch backstage
Herausgegeben von Stefan Koldehoff.
30 x 21 cm, 184 Seiten, Leinen mit Schutzumschlag
CHF 45.00 / EUR 36.00 // ISBN 978-3-907142-99-8Proberaum_03

KH. W. Steckelings, geboren 1930 in Berlin- Dahlem, kam mit drei Jahren nach Wuppertal. Er absolvierte eine Ausbildung zum Industrie- Kaufmann und zum Textil-Ingenieur. Seit Mitte der 1960er Jahre realisierte er zahlreiche Kurz- und Dokumentarfilme, die mit mehreren inter- nationalen Preisen ausgezeichnet wurden. 1974 Hinwendung zur Fotografie. 1987 Berufung in die «Deutsche Gesellschaft für Photographie» (DGPh). Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Passionierte Sammeltätigkeit zur Vor- und Frühgeschichte der Fotografie und des Films, Mitbegründer des Museums «Camera obscura» zur Vorgeschichte des Films im Wasserturm Mühlheim/Ruhr, das seit 2006 seine Sammlung zeigt. Autor eines umfassen- den Werks zur Geschichte der Lithophanie vom 18. bis 20. Jahrhundert («Leuchtender Stein», Dresden 2014). KH. W. Steckelings lebt in Wuppertal.

Salomon Bausch, geboren 1981, studierte Rechtswissenschaften. Er ist Vorstand der Pina Bausch Foundation, die er 2009, dem Wunsch seiner Mutter folgend, gründete.

Nora Koldehoff, geboren 1974, studierte Industriedesign an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg. Sie arbeitet als freie Autorin in Köln.

Stefan Koldehoff, geboren 1967 in Wuppertal; hat Kunstgeschichte, Germanistik und Politikwissenschaft studiert; arbeitet als Kulturredakteur beim Deutschlandfunk in Köln.

Buchpremiere /// Pina Bausch backstage /// 10. April 2014 /// 19.30 Uhr /// Werth 79 /// Eintritt frei

 

Schattenland | Literatalk mit Stefan Melneczuk

Pressefoto Stefan Melneczuk Kopie»Die Shortstory wird in Deutschland nach wie vor unterschätzt: Unheimliche Kurzgeschichten können Horror mit Anspruch verbinden.« – Davon ist der Autor Stefan Melneczuk überzeugt und wird dies bei seinem Besuch im Literatalk unter Beweis stellen. Mit seinen Thrillern »Marterpfahl« und »Rabenstadt« – mit Schauplätzen im Ruhrgebiet und im Bergischen Land – hat er sich bundesweit eine Fan-Gemeinde erschrieben. Sein neues Buch »Schattenland« versammelt 32 rabenschwarze Geschichten aus 25 Jahren, neben frühen und inzwischen vergriffenen Shortstories auch unveröffentlichte oder in Anthologien erschienene Texte. Hier findet sich alles, was im schwarzen Genre Rang und Namen hat: Eine außer Kontrolle geratene Geisterbeschwörung, Außerirdische, die weltweit auf Menschenjagd gehen, »Schläfer«, die in einer Diktatur erwachen, und Rockmusik, die zu einer tödlichen Waffe wird. Zudem gibt es eine schräge Vampir-Persiflage, eine moderne Gespenstergeschichte vor klassischer Kulisse sowie zwei dunkle Love-Stories, in denen Liebe den Tod überdauert. Stefan Melneczuk, der mit Stephen Kings unheimlichen Geschichten und der Musik von Depeche Mode aufgewachsen ist, balanciert gekonnt auf der Schwelle zwischen sanftem Schauer und purem Horror. Einige seiner Geschichten würzt er mit dem ihm eigenen schwarzem Humor – den er auch bei seinen berüchtigten Lesungen an den Tag legt. Lokalkolorit aus Wuppertal und Umgebung fehlen im neuen Buch ebenfalls nicht.

So ist »Schattenland« vor allem eines: Unberechenbar wie eine Fahrt durch eine Nacht ohne Vollmond, und das ohne die üblichen blutigen Klischees. Alle Texte wurden für dieses Buch komplett überarbeitet. Stefan Melneczuk über die vergangenen beiden Jahre im »Schattenland«: »Das war wie der Blick in einen alten Spiegel: Du schaust mit 42 Jahren hinein und siehst mit 17 wieder hinaus. Unheimlich.«

Der Autor:

Halloween für immer: Stefan Melneczuk ist Schriftsteller und Journalist und kam am 31. Oktober 1970 in Hattingen zur Welt. Seit 1985 schreibt er dunkle Literatur. Auszeichnung beim Treffen Junger Autoren in Berlin (1987), bei den Hattinger Literaturtagen (1993) und beim Ruhr-Futur-Wettbewerb der Ruhr-Universität Bochum (1997). Seit 1998 erscheinen seine Romane und Kurzgeschichten in Buchform. Er steht seit Anfang der 90er Jahre über seinen spirituellen Meister Edgar Allan Poe in engem Kontakt mit dem Schattenreich.

Der Moderator:

Jörg Degenkolb-Degerli, Autor und Journalist aus Wuppertal, leitet u.a. redaktionell das Stadtmagazin coolibri. 2010 trat der 1969 geborene Wuppertaler erstmals mit einer eigenen Lesereihe in Erscheinung, seitdem ist er mit verschiedenen Live-Formaten auf Bühnen präsent. Seit 2013 moderiert er den vom Kulturfond unterstützten Literatalk.

Der Literatalk:

Wuppertaler Literaturschaffende zum Gespräch auf die Bühne bitten, Einblick in ihr Leben und Schaffen bekommen, Auszüge aus ihrem Werk kennenlernen – das sind die zentralen Inhalte des neuen Büh- nenformats Literatalk. In lockerer Atmosphäre kann hier Live-Interviews gelauscht und können Publikumsfragen geklärt werden. Der Literatalk wird vom Kulturfond unterstützt und findet in Kooperation mit Bücher Köndgen statt.

Literatalk im Kontakthof Donnerstag, 7.11.13 – 20:00 Uhr | Genügsamkeitstraße 11 | 42105 Wuppertal  | Eintritt: € 7,–

Tickets hier