Lothar Müller: Weiße Magie. Die Epoche des Papiers

Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse 2012
Sachbuch/Essayistik


Lothar Müller: Weiße Macht. Die Epoche des Papiers
Carl Hanser Verlag

Über das Buch
Man kann darauf drucken und schreiben, man kann es zerreißen, knicken und falten: Papier ist eine magische Substanz, die wie keine andere zur Entwicklung der modernen Welt beigetragen hat. Lothar Müller gewährt in seinem neuen Sachbuch neue Einblicke in die Epoche des Papiers. Seit dem 13. Jahrhundert durchtränkte das Papier in Form von Büchern, Zetteln, Spielkarten, Scherenschnitten und Kanzleibögen den Alltag und ermöglichte durch die Revolutionierung der Papiertechnologie im 19. Jahrhundert die Herausbildung der modernen Tagespresse. Damit wurde es nicht nur als Papiergeld zum Medium der Ökonomie oder als Briefpapier zum Schauplatz für die Erfindung der modernen Seele, sondern auch als Zeitungspapier zum Schauplatz der Politik. Die Kronzeugen für Lothar Müllers Aussagen sind die Werke von Rabelais und Grimmelshausen über Balzac und Herman Melville bis zu James Joyce und Paul Valéry.

Die Jury: „Es kam aus China über Ägypten nach Europa und wurde der Grundstoff unserer Zivilisation: Das Papier. Lothar Müller erzählt unterhaltsam und zugleich theoretisch anspruchsvoll von der Geschichte eines Materials, das die Welt veränderte.“

Der Autor
Lothar Müller studierte Germanistik und Geschichte und war Dozent für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der FU Berlin sowie Redakteur im Literaturblatt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Heute arbeitet er im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung und ist Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin. Neben seinen Literaturkritiken und Essays liegen zahlreiche Veröffentlichungen zu literaturhistorischen und ästhetischen Themen vor. Für seine Arbeit als Literaturkritiker wurde er mit dem Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik (2000) und mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay (2008) ausgezeichnet. (Text: http://www.preis-der-leipziger-buchmesse.de/)
Hanser, Carl GmbH + Co., € 24,90
Februar 2012 – gebunden – 384 Seiten

vorbestellbar
Voraussichtlicher Liefertermin: Februar 2012

Jeder Vers ein Leopardenbiss

Bücher Köndgen, Werth 79, Wuppertal-Barmen
Mittwoch, 16. November 2011, 19:30 Uhr
Der Eintritt ist frei, um Voranmeldung wird gebeten.

„Sie ist cool, sie ist Trend“ schreibt ein Teenager im 21. Jahrhundert über Else Lasker-Schüler, die seit 1945 tot ist. 1912 sagt die Dichterin: „Welcher Dilletant hat das Wort modern erfunden! Was wertvoll ist – bleibt bestehn.“ Ein treffendes Zitat zum 20jährigen Bestehen der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft und ihrem Jubiläumsalmanach. Denn knapp 100 Jahre später erfährt die Aussage der Künstlerin Bestätigung: Im „Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart“ in Berlin fand im Frühjahr 2011 die Ausstellung „Else Lasker-Schüler. Die Bilder“ statt. Sie kehrte damit in den Kanon der bildenden Künste zurück – das thematisieren mit Sigrid Bauschinger, Erika Klüsener und Ricarda Dick gleich drei ausgewiesene Expertinnen im 9. Almanach, der zugleich die zwölfte Publikation der ELS-Gesellschaft ist .

Der Titel „Jeder Vers ein Leopardenbiss“ ist ein Zitat aus dem lyrischen Pingpong zwischen Else Lasker-Schüler und Gottfried Benn. Eines der sechs „Kapitel“ ist einem anderen Dichter im Leben des Prinzen von Theben gewidmet: Peter Hille. Der „Dichter-Cabarettist“ und Vagantenpoet war dominierend in der Neuen Gemeinschaft, der ersten (Dichter-)Kommune in Berlin. Sie wird bei einem „Spaziergang durch Friedrichshagen“ geschildert.

Neben einigen Gedichten wird überwiegend Prosa publiziert: Zeitzeugenberichte wie Avital Ben-Chorins „Ungeheuer sexuelle Augen“ oder Vorträge, die bei den ELS- Foren in Wuppertal, Berlin, Catania und Tel Aviv gehalten wurden, u.a. von Walter Gödden, Uri Avnery (mit seinem Friedenstraum im Nahen Osten), Heinz Rölleke, Moshe Zuckermann, Hans-Dieter Zimmermann, Chaim Noll, Markus Hallensleben, Matthias Buth, Jakob Hessing, Heiner Bontrup, Ulrike Müller und Yoram Ben-Zeev.

„Jeder Vers ein Leopardenbiss“. Ein Else Lasker-Schüler Almanach mit zahlreichen Abbildungen. Hrg. Hajo Jahn. Titelbild Wolf Erlbruch. 500 Seiten, brosch., Fadenbindung. 22,- €, für Mitglieder bei Abholung 18,- €; bei Versand Inland 20,- €. – Präsentation am 16. November um 19.30 h in der Buchhandlung Köndgen, Wuppertal- Barmen, Werth 79