{Brenner bloggt} Feinster Lesestoff für den Frühsommer

Die Frühjahrsprogramme der Verlage ist voller großartiger, lesenswerter Bücher. Ich stelle meine Favoriten vor und beginne heute mit

frisch_berliner-journalMax Frisch: „Aus dem Berliner Journal“.

Nach 20 Jahren Sperrfrist ist dieses Tagebuch endlich uns Lesern zugänglich!
Erster Eintrag vom 6.2.1973: „Übernahme der Wohnung (Sarrazin Strasse 8) und Abend bei Grass. Nieren.“
Das Ehepaar Frisch richtet sich in Berlin Friedenau mit Hilfe von Grass und Johnson ein. Max Frisch berichtet sehr persönlich von seinen Alkoholproblemen, vom Eheleben, seinen Freunden und seiner Traurigkeit und Todessehnsucht. Aber er schreibt auch scharfsinnig über die Gesellschaft und den Literaturbetrieb. Über die Schweiz, Westdeutschland und die DDR.

Seine feinfühlige Annäherung an die Autoren im Osten Berlins hat mich schwer beeindruckt. Spannend und aufregend sind die Besuche bei Wolf Biermann und Christa Wolf. Frisch verhält sich als Schweizer zum geteilten Deutschland sehr differenziert und er wundert sich offen über die Verhältnisse.

Das Berliner Journal ist ein großer literarischer Schatz und ein wichtiges Zeugnis deutsch-deutscher Geschichte.
Leider hat die Max-Frisch-Stiftung Kürzungen am Originaltext vorgenommen, was mich sehr ärgert. Aber dennoch: Es ist ein großartiger Lesestoff.

Max Frisch: „Aus dem Berliner Journal“, Suhrkamp Verlag, gebunden, 235 Seiten, 20 Euro.

Almuth Brenner

Almuth Brenner

Wuppertaler Literatur Biennale 2014: Die Bergische Zeitschrift für Literatur KARUSSELL Nr. 3 stellt sich vor #wlb14

Bücher Köndgen in Barmen | Werth 79 | 42275 Wuppertal
24. Mai 2014 | 19.30 Uhr
Eintritt frei

Karussel_3In diesem Jahr findet vom 21.5. bis zum 30.5.2014 zum zweiten Mal das internationale Literaturfestival „Wuppertaler Literatur Biennale“ statt. Diesmal steht es unter dem Motto „Unterwegs in Europa“ und lädt zu einer literarischen Reise durch die Zeit und den Raum Europas ein, immer auf der Suche nach dem mit Worten gebannten Augenblick.

Zu diesem Thema erscheint anlässlich des Festivals ein neues Heft der Literaturzeitschrift „Karussell“. Der über hundert Seiten starke Band mit Erzählungen und Lyrik bietet Neues von bekannten Autoren wie Karl Otto Mühl, Hermann Schulz, Karla Schneider, Michael Zeller und vielen anderen.

Am Samstag, den 24.05.2014 um 19:30 Uhr stellen wir im Rahmen der „Wuppertaler Literatur Biennale“ das brandneue dritte „Karussell“-Heft vor. Die Autoren Falk Andreas Funke, Karl Otto Mühl, Ingrid Schaarwächter, Karla Schneider, Stefan Seitz und Ingrid Stracke lesen aus ihren prämierten Texten.

Der Abend wird von Christiane Gibiec moderiert.
Der Eintritt ist frei.

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6. Krimilesung im Polizeipräsidium mit Joe Bausch

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Am 07. Mai 2015 (19:00 Uhr) findet unsere nächste Lesung in der Reihe Tatort Präsidium statt: Joe Bausch liest aus seinem Buch „Knast“. Joe Bausch, kennen Sie nicht? Aber vielleicht ist Ihnen der Kölner Tatort und seinen Rechtsmediziner Joseph Roth bekannt? Joe Bausch spielt seit 1997 den knorrigen Pathologen im Kult-Tatort. Tatsächlich ist Joe Bausch im wirklichen Leben nicht nur Schauspieler, sondern auch Gefängnisarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl. Mit seinem Buch „Knast“  (2013) berichtet er über sein Knast-Leben und will damit die „Blackbox Knast“ öffnen.

 

knastBausch will mit seinem Buch nicht nur unterhalten, er will über die Parallelwelt Knast informieren „Der Knast ist Spiegel der gesamten Gesellschaft.“ Rund 900 erwachsene Männer sitzen derzeit in der JVA Werl ein, Mindeststrafen ab zwei Jahren aufwärts: Ein Gefängnis für die ganz schweren Jungs. Bausch erzählt über seine Erlebnisse und die Eigentümlichkeiten dieses Ortes. (Auszug aus einem Pressebericht: Der Westen – 25.02.2013).
Einsatztrainer der Polizei demonstrieren in einer Vorführung die Eingriffstechniken der Polizei. Außerdem mit dabei: das Rock-Pop und Jazz-Ensemble des Landespolizeiorchesters unter der Leitung von Hans Steinmeier.

 

Bausch_Joe_c_Wolfgang_Schmidt KopieWenn Sie auch dabei sein wollen: die Lesung ist am 07.05.2014, 19:00 Uhr. Eintrittspreis 10 €-.

Karten: Telefon 0202 – 2480077 oder unter 8nach8@koendgen.de oder an der Abendkasse oder hier:

Winter: Wie die Helene zur Birne kam

Gerichte_Geschichte_02.inddWinter, James
Wie die Helene zur Birne kam

50 Rezeptklassiker und ihre Geschichte

Schon einmal überlegt, wie das Dessert »Birne Helene« zu seinem Namen kam? Dieses Kochbuch klärt auf und überrascht mit vielen weiteren Anekdoten, die sich um seine 50 berühmten Gerichte ranken.

Auch Rezepte können Karriere machen und Weltruhm erlangen. Man nehme nur jenes Gericht, das seinen Ruf dem Hollywoodstar Clark Gable zu verdanken hat, den Caesar Salad. In der Regel besteht er aus Römersalat, einer speziellen Vinaigrette, Croutons und Parmesan. Oder die Pawlowa, eine leckere Nachspeise aus Baisermasse, mit Sahne gefüllt und serviert mit frischen Früchten. Aber warum heißen der Caesar Salad, die Pawlowa oder die Birne Helene so, wie sie heißen? Tja, um hier kundig zu werden, braucht es schon einen klugen Kopf wie James Winter. Der britische Starkoch erzählt auf stets amüsante Weise die Hintergrundgeschichten, denen die 50 Gerichte seines Kochbuchs ihren Erfolg verdanken. Und er vergisst darüber natürlich die Rezepte nicht.

192 Seiten, 200 Farbabbildungen,
gebunden, € 29,95,
ISBN 978-3-7667-2041-2
(Callwey)

Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer

070-bEin großartiger Roman von Alex Capus mit drei Helden wider Willen, die um 1900 geboren wurden und deren Leben in gänzlich andere Richtungen treibt als beabsichtigt. »Alex Capus ist ein herrlicher Schicksalsschreiber, der seine Figuren immer wieder mit dramaturgischer Finesse in das Weltgeschehen hineinwebt.« (Deutschland Radio)

Drei sehr unterschiedliche Personen, die sich im November 1924 im Bahnhof Zürich aufhielten und sich womöglich sogar begegneten, sind voller Pläne für die Zukunft. Die schöne und ehrgeizige Laura d’Oriano will Sängerin werden wie ihre Mutter, »aber eine bessere«. Als Künstlerin gescheitert, landet sie zunächst in einer biederen Ehe und wird  schließlich Spionin für die französische Resistance. Emile Gilliéron wird als begnadeter Zeichner, der mit Schliemann nach Troja reiste, nicht ernst genommen, entwickelt sich aber zum größten Kunstfälscher aller Zeiten. Felix Bloch, ein pazifistischer jüdischer Jüngling, der entsetzt war, »wie die Kriegsmaschine den Kontinent umpflügte« und sich zum Maschinenbaustudium entschließt, hilft in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts in Los Alamos beim Bau der Atombombe.

Alex Capus
Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer
Roman
288 Seiten, gebunden, € 19,90,
ISBN 978-3-446-24327-9
(Hanser)

Gabriel Roth: »Gleichung mit einer Unbekannten«

Roth_Gleichung mit einer UnbekanntenEric Muller gehörte schon in der Schule zu den Nerds, die sich in der Datenwelt wohlfühlen und Computerspiele entwickeln, aber sozial nichts drauf haben.

Anstelle eines Studiums (sein Vater verweigert ihm die finanzielle Unterstützung) gründet er mit einem Freund ein Start-Up: Sie entwickeln ein Programm zur Auswertung von Kundendaten für Online-Shops, welches sie nach wenigen Jahren für viel Geld verkaufen können.

Der nun reich gewordene Eric lernt Maya kennen, eine toughe Journalistin mit viel Feingefühl und großem Interesse an ihren Mitmenschen.

Es entwickelt sich eine innige Liebesbeziehung. Aber Erics Gefühle und seine sozialen Fähigkeiten kommen nach wie vor nicht aus seinem Herzen, sondern aus logischen Schlussfolgerungen, Beobachtungen und Erlerntem. Wie soll er da mit dem Problem von Maya umgehen, dass sie meint, ihr Vater habe sie als Kind missbraucht, sie könne sich aber nicht daran erinnern. Erich geht der Sache nach und trifft sich mit Mayas Vater.

Gabriel Roth ist eine anrührende und spannende Liebesgeschichte gelungen. Er analysiert humorvoll die gestörten Beziehungen zu uns selbst, zu unseren Vätern und Müttern und zu denen, die wir lieben und wirft viele Fragen auf: Wie kann es vollkommenes Vertrauen geben, wenn rationale Zweifel da sind? Ist mehr Verlass auf unser instinktives Gefühl oder auf unseren Verstand? Sehr unterhaltsam, sehr lesenswert!

Gabriel Roth: Gleichung mit einer Unbekannten“, Diogenes Verlag, 2013, 14,90 Euro

Almuth Brenner

Der Ort fürs Wort | Literatalk Nr.1 | André Wiesler zu Gast

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ACHTUNG! Termin wird verschoben! Die Veranstaltung am 27.6. fällt wegen Krankheit aus!

Die Literatur Biennale 2012 hat gebündelt ans Licht gebracht, was die Wuppertaler Literaturszene zu bieten hat. In allen möglichen Genres und Altersklassen tummeln sich Autoren, Verleger, Slammer, die mit Veröffentlichungen, Büchern und Lesungen in Erscheinung treten. Aber wer macht eigentlich was genau – und warum? Wer ist Hobbypoet, wer Profi? Was geschieht im Wuppertaler Literaturhaus und was machen die Vertreter des Schriftstellerverbands? Diesen Fragen widmet sich Autor und Journalist Jörg Degenkolb-Degerli mit dem neuen Live-Format Literatalk. Im Vieraugengespräch auf der Bühne gibt es Fragen und Antworten, an denen sich das Publikum gerne beteiligen darf. Gast der ersten Literatalk-Ausgabe ist der Autor André Wiesler, der in den Bereichen Mystery und Science Fiction zahlreiche Romane auf dem Markt hat. Parallel zum Schriftstellerdasein am Schreibtisch moderiert er als Wortpirat den Wuppertaler Poetry Slam. Wer ist der Mann? Was macht der da? Und die am meisten gestellte Frage: Kann der davon leben? – Wir klären das.

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André Wiesler

Der Autor:
André Wiesler wurde 1974 in Wuppertal geboren, wo er bis heute mit seiner Frau Janina und seinem Sohn Lorenz lebt und arbeitet. Er ist als Autor für phantastische Romane, Spieleentwickler, Marketing- und Social-Media-Berater, Lesekomiker, Übersetzer und Slam-Poet tätig. Außerdem unterrichtet er SchülerInnen jeden Alters in der Kunst, vor allem aber im Handwerk des Schreibens. In seiner Freizeit spielt er Rollen- und Brettspiele und betreibt Mixed Martial Arts. Mehr zu ihm erfahren Sie unter www.andrewiesler.de.

Der Moderator:
Jörg Degenkolb-Degerli, Autor und Journalist aus Wuppertal. 2010 trat der 1969 geborene Wuppertaler erstmals mit einer eigenen Lesereihe in Erscheinung, seitdem ist er mit verschiedenen Live-Formaten auf Bühnen präsent. Seit 2013 moderiert er den vom Kulturfonds unterstützten Literatalk.

Jörg Degenkolb-Degerli

Jörg Degenkolb-Degerli

Der Literatalk:
Wuppertaler Literaturschaffende zum Gespräch auf die Bühne bitten, Einblick in ihr Leben und Schaffen bekommen, Auszüge aus ihrem Werk kennenlernen – das sind die zentralen Inhalte des neuen Bühnenformats Literatalk. In lockerer Atmosphäre kann hier Live-Interviews gelauscht und können Publikumsfragen geklärt werden. Der Literatalk wird vom Kulturbüro der Stadt Wuppertal unterstützt und findet in Kooperation mit Bücher Köndgen statt.

Kontaktkof | Genügsamkeitsstr. 11
27.6.13 | 20 Uhr
7,-

Tickets gibts hier