Brenner bloggt bei Köndgen IV: Nachtwache mit „Vom Schlafen und Verschwinden“

Während der Nachtwache bei Köndgen in Barmen habe ich mir den neuen Roman von Katharina Hagena geschnappt und verschlungen. „Vom Schlafen und Verschwinden“ – welcher Titel würde besser zu zwei durchgemachten Nächten passen?!

Nach dem wunderschönen Roman „Der Geschmack von Apfelkernen“ hatte ich ein wenig Angst davor, von dem neuen Buch enttäuscht zu werden. Aber weit gefehlt! Katharina Hagena schreibt wieder über das Erinnern und  Vergessen. Und wieder macht sie das ganz großartig! Häufig spürt man die Joyce-Kennerin in den brillianten Sätzen, ihr Wortschatz ist riesig und sie weiß ihn einzusetzen.

Die Handlung ist vielschichtig: die Ärztin und Schlafforscherin Ellen liegt wach und erinnert sich an die Zeit, als ihre Mutter im Sterben lag und ihr Vater mit einem kleinen Chor gegen den Tod ansingen wollte. In dem Chor ist auch Marthe, die Fremde, grau und kranichgleich. Ihre Notizen bilden den zweiten Handlungsstrang. Diese Erzählweise macht den Roman unheimlich spannend, durch die Niederschriften von Marthe ahnt der Leser, dass etwas Unheilvolles geschehen wird. „Alles ist voller Zeichen“.

Ein sehr, sehr schönes Buch!

Almuth Brenner

Buchpremiere | Gerhard Dabringhausen »Heckinghausen«

Dienstag, 20.11.12 | 19.30 Uhr  
Bücher Köndgen | Werth 79
in Wuppertal Barmen
Eintritt frei

Über ein Jahrtausend lag Heckinghausen im Grenzbereich, zwischen Sachsen und Franken, zwischen Berg und Mark, zwischen Rheinland und Westfalen, kurzzeitig sogar zwischen Preußen und Bayern. Alte Landwehren, Geschichten von Garnschmugglern, Konfrontationen zwischen Franzosen und Preußen und der Spruch »über die Wupper gehen« künden davon.

Der Autor Gerhard Dabringhausen wurde 1957 im rheinischen Elberfeld als Sohn eines westfälischen Langerfelders und einer ostfriesischen Borkumerin geboren, ist also »Heckinghauser mit Migrationshintergrund«. Nach Besuch der Volksschulen Am Platz der Republik sowie Kleestraße machte er 1976 am Gymnasium Siegesstraße (heute Ganztagsgym-
nasium Johannes Rau) Abitur. Nach dem Jurastudium an der Ruhruniversität Bochum und dem Ablegen beider Staatsexamina arbeitet er seit 1986 als Justitiar im Rechtsamt der Stadt Essen, wohnt aber nach wie vor in Heckinghausen. Er ist Mitglied des Bezirks- vereins Heckinghausen e.V., wo er auch von 1987 bis 2005 im Beirat mitarbeitete und durch zahlreiche Artikel im Heckinghauser Jahrbuch bekannt wurde.

 

Gerhard Dabringhausen
Heckinghausen – 1300 Jahre an der Grenze zwischen Rheinland und Westfalen
kartoniert, 244 S.,
ISBN 978-3-939843-22-1
€ 29,95 | Edition Köndgen

Buchpremiere | Christiane Gibiec & Sarah Bradenbrink »Marlene und das Krokodil«

»Marlene und das Krokodil« ist ein witziges und fantasievolles Lese- und Bilderbuch für das Grundschulalter. Der Text wurde von Kindern für Kinder erfunden und entstand aus Erzählprojekten, die die Autorin Christiane Gibiec an mehreren Grundschulen in Wuppertal und Hagen durchgeführt hat. Die Illustratorin und Designerin Sarah Bradenbrink hat die verrückten und unglaublichen Abenteuer von Marlene und ihrer Oma im Wuppertaler Zoo komisch, sensibel und farbenfroh in Szene gesetzt.

Lesung für Kinder ab 6 Jahren | 17. November 2012 | 13.00 Uhr | Bücher Köndgen in Barmen | Werth 79
Begleitet von einem bunten Rahmenprogramm wird Christiane Gibiec aus dem Buch lesen und Sarah Bradenbrink Einblicke in Ihre Zeichenwerkstatt geben.

Ein Erzählprojekt von Christiane Gibiec, illustriert von Sarah Bradenbrink.

Die Geschichte Marlene und das Krokodil entstand aus einem Erzählprojekt, das Christiane Gibiec zwischen 2005 und 2012 mit einem guten Dutzend Grundschulklassen aus Hagen und Wuppertal durchgeführt hat. Die Grundidee war, den Kindern eine Situation mit dramatischem Potenzial vorzugeben, von der aus sie frei fabulieren und spinnen konnten, ohne sich durch die handwerkliche Umsetzung beschränkt zu fühlen.

Der Anfang der Geschichte wurde bis zu der Stelle vorgegeben, wo Marlene verschwindet. Die Kinder erzählten, was weiter passiert, sie wurden ermuntert, ihrer Fantasie freien Lauf und die sogenannte Vernunft außen vor zu lassen. Verboten waren nur eklige oder gewalttätige Elemente.

Christiane Gibiec notierte die Einfälle der Kinder, schrieb die Geschichten zu Hause auf und formatierte sie im Computer zu Buchseiten, die die Kinder im zweiten Teil des Workshops in Schulhefte klebten. Sie gestalteten die Titelseiten ihrer Bücher und malten Illustrationen, reimten – eine kleine Anregung genügte – immer neue Strophen des Marlene-Liedes und schmetterten es begeistert nach der Melodie der „Vogelhochzeit“.

Auf welche Höllenritte durch den Wuppertaler Zoo, in welche wilden und fantastischen Abenteuer die Kinder Oma, Marlene, das Krokodil und die anderen Zootiere schickten, ist in diesem Buch aus dem reichhaltigen Material der vielen Einzelgeschichten zusammengestellt. Die Künstlerin Sarah Bradenbrink ( http://www.sarah-bradenbrink.com/) hat die Geschichte witzig und einfühlsam illustriert.

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Die Workshops an Hagener Grundschulen wurden im Rahmen des vom Kulturamt in Hagen veranstalteten Leseförderungsprojektes „Pixiekits“ durchgeführt. Die Wuppertaler Workshops wurden von der Autorengemeinschaft „Literatur im Tal im VS“ veranstaltet und von der Dr. Werner Jackstädt-Stiftung gefördert.

Brenner bloggt bei Köndgen III – Anna Stothard: Pink Hotel

Mit großem Vergnügen habe ich „Pink Hotel“ gelesen: eine gelungene  Mixtur aus Entwicklungsgeschichte, Liebesroman und Krimi: In London bekommt ein 17-jähriges Mädchen einen Anruf aus Los Angeles, ihre Mutter Lily sei bei einem Motorradunfall ums Leben gekommen. Diese Mutter hat sie nie gekannt und so macht sie sich neugierig auf den Weg nach L.A.. Dort gibt es einige Geheimnisse über das Leben und Sterben der schönen, charismatischen Lily zu lüften. Nichts an diesem Buch ist vorhersehbar, es gibt ungewöhnliche Figuren und Handlungsstränge und doch ist alles glaubhaft erzählt. Ein sehr schöner, bildhafter Roman, der Spaß macht. (Almuth Brenner)

Diogenes Verlag AG
August 2012 – kartoniert – 354 Seiten
14,90 €

Ein Kleinod der russischen Literatur erstmals auf Deutsch – Wsewolod Petrows Novelle „Die Manon Lescaut von Turdej“ ist bei Weidle erschienen.

Wsewolod Petrows Novelle „Die Manon Lescaut von Turdej“

Ein sowjetischer Lazarettzug auf dem Weg von einer Front zur anderen. Darin ein Petersburger Intellektueller: Gepeinigt von Herzanfällen und Todesangst, liest er den Werther (auf deutsch). Aber in die Lektüre drängt sich die Geschäftigkeit der Militärärzte, Apotheker, Krankenschwestern um ihn herum.
Es ist eine seltsame Gemeinschaft, hervorgebracht zwar vom Krieg, doch bestimmt von ganz alltäglichen Sorgen und kleinen Freuden.
Bei einem längeren Aufenthalt trifft er auf ein Mädchen, das anders scheint als alle anderen : Vera Muschnikowa, ruhelos und romantisch, grazil und ungestüm – und sie ist jederzeit zur Liebe bereit. Der Feingeist erliegt ihrem vulgären Zauber, erkennt in ihr seine »sowjetische Manon« und erahnt damit bereits den dunklen Weg, den ihre Liebe nehmen wird.

»Wir kennen von Petrow viele Bücher zur Kunstgeschichte (die auch in viele Sprachen übersetzt worden sind), aber nur wenige Texte, die zur ›schöngeistigen Literatur‹ zählen dürfen. Eigentlich wäre, abgesehen von ein paar philosophischen Miniaturen, allein unsere Erzählung als solche zu bezeichnen. Dafür aber ist dieser Text einer der schönsten Prosatexte der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts.
Diese Erzählung, die erst 2006 veröffentlicht wurde, war nicht in einem Geheimfach verborgen worden: Jedes Jahr an seinem Geburtstag, zu dem viele Dutzend Gäste kamen, die ganze kulturelle Elite Leningrads , begann die Feier damit, daß der Gastgeber Auszüge aus seiner Manon vorlas. Er verheimlichte sein Meisterwerk nicht, er reichte es nur nicht zur Publikation in sowjetischen Zeitschriften und Verlagen ein – wer weiß, warum: Weil er das für sinnlos hielt? Aus Ekel vor den Barbaren in den damaligen Redaktionen? Aus der klaren Einsicht heraus, daß diese kleine Erzählung Inhalte transportiert, die mit der Sowjetliteratur nicht kompatibel sind – stilistisch, philosophisch und auch politisch?«
Oleg Jurjew

Wsewolod Petrow (1912–1978) entstammte einer Petersburger Adelsfamilie, er war Kunsthistoriker und arbeitete vor dem Zweiten Weltkrieg am Russischen Museum. Nach dem Krieg, als Offizier in der Roten Armee demobilisier t, widmete er sich wieder seiner wissenschaftlichen Arbeit und veröffentlichte einige Standardwerke zur russischen Kunst.
Manon Lescaut von Turdej, entstanden 1946, erschien erst 60 Jahre später, im November 2006, in der Moskauer
Zeitschrift »Novyj Mir«. (Texte: www.weidle-verlag.de)

Einladung zur Erstpräsentation des Buches »Wasserreich Mirker Hain«

Wuppertal hat mehr Grün und wunderschöne Gärten und Parks zu bieten als viele andere vergleichbare Großstädte. Im Verlag Edition Köndgen erscheint dazu die Buchreihe “Wuppertals grüne Anlagen“, die vom Förderverein Historische Parkanlagen Wuppertal e.V.  zusammen mit Frau Dr. Antonia Dinnebier herausgegeben und erarbeitet wird.

Wir laden Sie hiermit sehr herzlich zur Erstpräsentation des Buches

Wasserreich Mirker Hain
Blätterrauschen, Plätschern, Vogelsang

in die Gaststätte Fuchspark,
Westfalenweg 90,
42111 Wuppertal im Mirker Hain am
Donnerstag, den 25. Oktober 2012 um 18:30 Uhr ein.

Zur Einstimmung erwartet Sie eine ca. einstündige musikalische Lesung über den bergischen Räuber Carl Biebighäuser, der im Mirker Busch hauste, inszeniert vom Schauspieler Olaf Reitz und begleitet von der Akkordeonistin Ute Völker.

Wir freuen uns darauf, Sie als Gast begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Helbig
www.edition.koendgen.de

P.S:  Bitte geben Sie uns telefonisch,  per E-Mail oder Fax eine Rückmeldung, um so unsere Planung zu erleichtern

Tel.     :  +49 202 – 248 00 80    Fax  :  – 99
Email: chef@edition.koendgen.de

oder hier anmelden:

Tatort Präsidium: »3. Fall« mit Bestsellerautor Jacques Berndorf

Die Polizei Wuppertal und Bücher Köndgen laden erneut zu einer Krimi-Lesung ins Polizeipräsidium Wuppertal ein.
Bestsellerautor Jacques Berndorf liest aus »Die Eifel-Connection«

Veranstaltungsort: Polizeipräsidium, Friedrich-Engels-Allee 228, 42285 Wuppertal-Unterbarmen

»Spannende Fälle, eine Lesung am Originalschauplatz Polizeipräsidium, ein Expertengespräch mit der Kripo und das Jazz-Ensemble des Landespolizeiorchesters – das sind die bewährten Zutaten für den 3. Fall von »Tatort Präsidium«.

Frühmorgens wird auf einem der sanften Eifelhügel der Mercedes des Unternehmers Norbert Bleckmann gefunden. Hinter dem Steuer sein Besitzer – tot. Bleckmann war als knallharter Geschäftsmann  bekannt, als einer, der sich den Satz »Die Welt ist Krieg. Wenn du  Rücksicht nimmst, bist du tot.« zu eigen gemacht hat. An seinem Ableben  gibt es zunächst nichts Verdächtiges, er hat sich allem Anschein nach schlicht überarbeitet. Natürlich wittert der Journalist Siggi Baumeister dennoch mehr hinter diesem Szenario, und tatsächlich wird es mysteriös, als sich herausstellt, dass der Beifahrersitz an Bleckmanns Seite penibel gereinigt wurde . Die Staatsanwaltschaft in Trier will trotzdem nicht ermitteln, und Baumeister macht sich gemeinsam mit Emma und Rodenstock auf eigene Faust an die Recherche.

Der Autor: Jacques Berndorf – Ist das Pseudonym des 1936 in Duisburg geborenen Journalisten, Sachbuch- und Romanautors Michael Preute. Sein erster Eifel-Krimi, »Eifel-Blues«, erschien 1989. In den Folgejahren entwickelte sich daraus eine deutschlandweit überaus populäre Romanserie mit Berndorfs Hauptfigur, dem Journalisten Siggi Baumeister. Berndorf setzte mit seinen Romanen nicht nur die Eifel auf die bundesweite Krimi-Landkarte, er avancierte auch zum erfolgreichsten deutschen Kriminalschriftsteller mit mehrfacher Millionen-Auflage. Sein Roman »Eifel-Schnee« wurde im Jahr 2000 für das ZDF verfilmt. Drei Jahre später erhielt er vom »Syndikat«, der Vereinigung deutschsprachiger Krimi-Autoren, den »Ehren-Glauser« für sein Lebenswerk.

Sein nächstes Buch »Eifel-Bullen« erscheint Ende November und kann bei uns (auch signiert !) vorgemerkt werden.

Bücher Köndgen, die Polizei Wuppertal und die Allianz für Sicherheit im Bergischen Land laden ein:

Mittwoch, 31. Oktober 2012 um 19:00 Uhr

Tatort Präsidium – der 3. Fall
Jacques Berndorf »Die Eifel-Connection«

Achtung! Diese Veranstaltung ist bereits ausverkauft.