[Sanja bloggt]: Britta Sabbag – Stolperherz

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Britta Sabbag – Stolperherz
Boje-Verlag
203 Seiten
12,99 €
Empfohlen ab 12 Jahren

Zur Autorin:
Britta Sabbag studierte Sprachwissenschaften, Psychologie und Pädogik und arbeitete anschließend als Personalerin. Nachdem sie ihren Job verlor, entschloss sie sich, dass zu tun, wovon sie schon immer geträumt hat: Schreiben. Gleich ihr erster Roman schlug ein. Später entwickelte sich aus dem Stoff sogar ein Theaterstück. Es folgten zwei weitere Romane sowie ihr erstes Jugendbuch “Stolperherz”.

Zum Buch:
Die 15-jährige Sanny Tabor ist eine richtige Außenseiterin und hat keine Freunde. Das liegt nicht nur an ihrem angeborenen Herzfehler, der ihr Herz manchmal ins Stolpern und sie selbst zu Fall bringt. Ihre übervorsorgliche Mutter lässt sie kaum einen Schritt alleine machen und dann soll Sanny auch noch in den Sommerferien zur Kur für herzkranke Kinder an die Ostsee. Schlimmer kann es gar nicht mehr werden. Doch dann geschieht ein Wunder und sie erhält die Einladung, die Band Crystal und damit ihren Schwarm Greg auf ihrer Sommertour durch Deutschland zu begleiten. Sanny ergreift die Chance, nichtsahnend, dass der Weg ins Ungewisse, nicht nur den Sommer, sondern auch  ihr ganzes Leben für immer verändern wird.

Meine Meinung:
Sanny hat es nicht leicht. Trotz ihres angeborenen Herzfehlers, wünscht sie sich nichts sehnlicher, als ein ganz normales Mädchen zu sein. Eines, dass lieben und hoffen kann und Beachtung findet.

Letztendlich wünschte sich doch jeder, etwas zu bedeuten. Für irgendwen, irgendwas.
S. 13

Doch sie ergreift diese eine Chance, ihrem alten Leben zu entkommen und lernt in diesem Sommer nicht nur die Liebe kennen, sondern erfährt auch, was es heißt über sich selbst hinauszuwachsen. Sie muss sich gegen Zickenterror und Missgunst behaupten und jeden Tag neue Herausforderungen meistern. Doch da Sanny eben Sanny ist, lässt sie sich nicht unterkriegen und rettet nicht nur einmal die Situation. Am Ende zieht jeder der ungewöhnlichen Truppe seine ganz eigene Erkenntnis aus den Erlebnissen und es gibt natürlich ein Happy End.

Jeder von uns hatte eine verborgene Geschichte, eine, die von Außen nicht sichtbar war. Ich hatte ein kaputtes Herz, das tickte, wie eine Zeitbombe. Im Grunde waren wir alle gleich – jeder von uns hatte Angst vor etwas, vermisste etwas, liebte etwas, hatte schon mal etwas verloren. […] Es sind die Dinge, die man liebt, die einen stark werden lassen. Und die Menschen.
S. 172

“Stolperherz” ist ein Roman, der uns den Alltag schnell vergessen lässt. Man taucht mit Haut und Haar ein in diese Geschichte, vollgestopft mit Erinnerungen an die eigene erste Liebe und Rebellion gegen die Eltern. Er ist süß, aber nicht kitschig, Er ist lebensbejahend und klug. Er ist witzig und mutig und ein großer Spaß; ein Sommer-Roadmovie der Glückseligkeit und doch so viel mehr. Am Ende lächelt man still in sich hinein und wünscht nur eines: noch einmal fünfzehn Jahre alt zu sein und das ganze Leben vor sich zu haben.

Fazit:
Ein starkes Buch, dass in jedes Bücherregal gehört; von jung bis alt, quer durch die Republik. Es geht um die erste Liebe, Herzschmerz, Mut, Erfahrungen sammeln, Grenzen ausloten und um das Über-sich-hinauswachsen.
Es sollte mehr solcher Bücher geben, die uns diesen Seufzer entlocken, der mit den Jahren verblasste und doch noch tief in uns vibriert und ruft: “Der Sommer gehört uns!”.

[Sanja bloggt]: Nina Vogt-Østli – Der Tag wird kommen

Nina Vogt-Østli – Der Tag wird kommen

Coppenrath
240 Seiten
ISBN: 978-3-649-61386-1


Zu der Autorin:

Nina Vogt-Østli wurde im Jahre 1972 geboren und lebt mit ihrer Familie in Oslo. Nach ihrem Studium der Literaturwissenschaft, arbeitete sie viele Jahre als Online-Redakteurin. “Der Tag wird kommen” ist ihr erster Jugendroman, der bereits vor den Attentaten von Anders-Behring Breivik entstand.


Das passiert:

Hans-Petter hat es nicht leicht. Er lebt allein mit seiner Mutter und führt ein sehr zurückgezogenes Leben. Er hat keine Freunde und wird zu dem noch von den Klassenkameraden gemoppt. Er ist das perfekte Opfer: ruhig und introvertiert, begehrt nicht auf. Doch eines Tages beginnt sein Lehrer ausgerechnet eine Beziehung mit seiner Mutter und er erfährt, dass ihn sein Vater niemals wollte. Zeitgleich chattet er mit einem unbekannten Mädchen namens Fera. Sie hat nicht nur einen ungewöhnlichen Namen und ist mysteriös, sondern sie ist auch jemand, dem sich Hans-Petter endlich einmal anvertrauen kann. Und dann geschieht die eine Sache, die sein Leben plötzlich total verändert und sein Blatt zu wenden scheint. Doch ist es das, was er wirklich will?


Meine Meinung:

Zugegeben, ich hatte mir vom Buch anhand des Klappentextes und der Zusammenhänge mit Norwegen etwas völlig anderes erwartet. Trotzdem ist die tatsächliche Handlung keinesfalls schlecht. Im Gegenteil: das Buch regt zum Nachdenken an und bietet genug Zündstoff, um die Frage zu erörtern, ob jemand böse geboren wird oder aufgrund äußerer Einflüsse und Lebensumstände erst böse wird.

Gut und Böse – die Rollen scheinen zunächst klar verteilt: Hans-Petter ist der Gute. Er will einfach nur sein Leben leben und nicht mehr nur das Opfer sein. Andreas hingegeben, ist als Erzfeind und klassischer Raufbold, das genaue Gegenteil. Er sucht sich seine Opfer und schikaniert sie bis an die Grenze. Andreas hat einige Kumpel um sich gescharrt, die seinem Beispiel gern folgen. Selten kommt Hans-Petter glimpflich davon.

Zu Hause flüchtet er sich in seine eigene Welt, schaut Filme mit der Mutter oder zockt sich durch sämtliche Videospiele. Eines Tages erhält er eine Nachricht von der geheimnisvollen Fera, die ihn irgendwie zu kennen scheint. Doch nicht nur das, sie kennt auch Andreas. Woher? Auf die Frage gibt es bis kurz vor Ende keine Antwort. Doch diese kommt dann so gewaltig daher, das sie mich als Leser schier umgehauen hat. Plötzlich wird das eigene Weltbild noch einmal von einer völlig anderen Seite beleuchtet.

Hans-Petter, der es endlich wagt, eine freundschaftliche Beziehung einzugehen, ist von Fera fasziniert und doch hält er sie für irre, denn sie erzählt ihm von einer verheerenden Katastrophe, die beinahe die Menschheit ausgerottet hätte und das sie in der Zukunft lebe. Doch Hans-Petter hat soviel Freude an dem Kontakt, dass ihn die kleine “Macke” nicht davon abhält, weiterhin mit ihr zu chatten.

Wer ist gut, wer ist böse und warum? Das sind die zentralen Fragen, die sich wie ein roter Faden durch die gesamte Handlung ziehen. Doch schlussendlich ist es Fera, die allen eine Nasenlänge voraus ist und Antworten auf Fragen parat hat, die gar nicht gestellt wurden.


Fazit:

Ein packendes Jugendbuch zu einem ernsten Thema, dass man unbedingt gelesen haben muss!
Leider erschien mir der Anfang zu holprig und der Klappentext ist ein wenig irreführend. Trotzdem eine klare Leseempfehlung!

[Sanja bloggt]: Lena Klassen – Wild

Lena Klassen – Wild
Drachenmond-Verlag
381 Seiten
ISBN: 978-3-931989-79-8
14,90 €
Empfohlen ab: 12 Jahren

Zur Autorin:
Lena Klassen, geboren 1971 fing schon früh mit dem Schreiben an. Später studierte sie Literaturwissenschaften und lebt nun mit ihrem Mann und einem Haufen Tieren in einem Haus mit einem großen Garten und schreibt weiter spannende Geschichten. Für Blanvalet schreibt Lena Klassen unter dem Pseudonym “Maja Winter” Fantasy-Romane.

Zum Buch: 
In “Neustadt” lebt die siebzehnjährige Pi zusammen mit ihren Mitschülern und hat nicht nur die Schule im Sinn. Sie beschäftigt vor allem die Frage, welcher Partner ihr für die Zukunft zugeteilt werden soll.
Einmal in der Woche holen sich alle Bewohner der “Neustadt” ihre Glücksinjektion ab. Sie soll das Leben in erträgliche Bahnen lenken. Gefühle, Krankheiten, Kummer und Leid kennt man nicht in “Neustadt”. Auch Blumen, Düfte und sogar die Kinder werden künstlich erzeugt. Doch Pi ist nicht so glücklich wie die anderen und lebt in einer Dunstwolke, die sie nur schemenhaft ihre Umwelt wahrnehmen lässt.

Niemals stellt jemand das System in Frage, und wenn doch, wird er aus dem System isoliert und muss in die Wildnis. Dort, hinter dem Zaun, herrschen noch Krankheit und Tod. Alle, bis auf Pi, sind glücklich mit ihrer Glücksinjektion – doch dann geschieht das Unfassbare: Die Glücksdosis versagt! Pi muss eine Entscheidung treffen: Für das System und gegen ihre Freiheit oder für die eigenen Entscheidungen, aber den sicheren Tod vor Augen. Wie würdest Du Dich entscheiden?

Meine Meinung:
Zunächst hatte ich Probleme in die Geschichte hinein zu tauchen, mich darauf einzulassen. Ich fand die Namen wie “Glücksstadt” und “Neustadt” einfallslos. Doch nach ein paar Seiten verflog das merkwürdige Gefühl, die Geschichte rund um Pi hat einfach Sogwirkung! Am Ende dachte ich sogar: Wow! Wieso stand das Buch eigentlich die ganze Zeit ungelesen im Regal? Das hatte es nicht verdient.

Die Geschichte ist gut konstruiert. Pi, die Ich-Erzählerin, lebt in Neustadt, doch irgendwie fühlt sie sich nicht ganz dazugehörig. Ob es daran liegt, dass die Glücksinjektion bei ihr anders zu wirken scheint? Und was ist mit Lucky, ihrem besten Freund, der nun ihrer besten Freundin Moon – dem perfekten Mädchen – zugeteilt wird? Wer wird Pi zugeteilt, um das Leben mit ihr gemeinsam in Neustadt zu bestreiten bzw. so weit zu erleben, wie es die Glücksinjektion zulässt?

Als Pi mit ihren Klassenkameraden die wöchentliche Glücksinjektion abholen will, bemerkt sie zunächst keinen Unterschied. Doch allmählich schwant ihr, das etwas nicht stimmt. Spätestens als ein Mitschüler vom Dach fällt und alle anderen aufgrund ihrer Glücksinjektion gleichgültig weitermachen, sind sich Pi, Lucky und ein weiteres Mädchen sicher: Die Glücksinjektion hat versagt.

Die drei lernen zum ersten Malen im Leben, die eigenen Gefühle kennen. Sie können nicht verstehen, warum sie davon ferngehalten werden sollen.

“Wilde Gefühle.  Sie lagen in der Luft.  Sie waren stärker als jede Droge.  Sie 
belebten jedes Herz.  Es musste doch zu spüren sein – für alle?” (S. 107)

Was weiter geschieht, bleibt natürlich geheim ;-) Nur soviel sei verraten: Während der erste Teil des Buches in Neustadt spielt, geht es im zweiten Teil hinter den Zaun in die Wildnis. Welche Gefahren dort lauern, erfährt Pi bald am eigenen Leib, doch schwerer wiegt die Frage, ist das System im Unrecht? Wie kommt sie allein zurecht, nach dem sie ihre große Liebe zurücklassen muss?

“Sammle jedes Gefühl, Pi, sagte er.  Jeden Ärger, jede Regung Wut, jedes ehrliche
Lachen.  Für mich.  Nimm alles mit, Pi, für mich.” (S. 233) 

Eigentlich ist dies eine sehr tiefgründige Erzählung, die zum Nachdenken anregt. Ist das, was uns vorgegaukelt wird, einfach so hinzunehmen oder lohnt es sich aufzustehen und zu kämpfen? Pi jedenfalls will nicht länger in ihrer Dunstglocke leben und nimmt dafür sogar den Tod in Kauf.

Lena Klassen schickt den Leser auf eine atemberaubende Odyssee der Gefühle. Wild und unbezähmbar sind die Gedanken, die in Pi bahnbrechend  hervortreten. Als Leser wird man  hin- und hergezogen und leidet nicht nur einmal, mit der außergewöhnlichen Protagonistin.

Ich kann “Wild” nur wärmstens weiter empfehlen. Ich muss es jedem ans Herz legen, der eine Achterbahn der “wilden” Gefühle bevorzugt und der einfach mal eine etwas andere Geschichte lesen will, die aus dem Einheitsbrei hervorsticht.

 

[Sanja bloggt]: Amy Crossing – Raum 213 – Harmlose Hölle


Amy Crossing – Raum 213 Harmlose Hölle #1

Loewe-Verlag
172 Seiten
ISBN: 978-3-7855-7871-1
7,95 €
Empfohlen ab: 12 Jahren

Zur Autorin:
Amy Crossing verlebte ihre Kindheit und Jugend in Maryland. Im Alter von 17 Jahren zog sie mit ihrer Familie nach England. Mittlerweile lebt sie sehr zurückgezogen in der Nähe von New York.


Zum Buch:

Harmlose Hölle ist der Auftakt einer neuen Jugendbuch-Serie um den Raum 213. Bei diesem Raum handelt es sich um ein leerstehendes Klassenzimmer, in der Eerie High School. Der Raum wurde vor Jahren verschlossen, weil er angeblich nicht an das Strom-und Wassernetz angeschlossen wurde. Doch das glaubt an der Eerie High niemand. Vielmehr soll es sich bei dem Raum um das personifizierte Böse handeln. Für jeden, der den Raum betritt, ist plötzlich nichts mehr so, wie es war und er muss seine ganz eigene Hölle durchleben.

Im ersten Teil der Serie geht es um Liv, die auf einer Party mit ansehen muss, wie ihr Freund Daniel eine andere küsst. Alle Beteuerungen, das Mädchen nicht zu kennen, lässt Liv mitsamt dem Freund im Raum stehen und verlässt sofort die Party. Auf dem langen und dunklen Heimweg wird sie plötzlich von Ethan verfolgt. Sie hat Angst ermordet zu werden, doch Ethan redet nur mit ihr und verschwindet wieder. Von da an, kämpft sie nicht nur gegen ihren (Ex-) Freund, der Liv unbedingt zurückgewinnen will, sondern wird auch noch von Ethan gestalkt. Es stellt sich heraus, dass Ethan vor 2 Jahren in Raum 213 war und danach in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen wurde.

Als kurz danach im alten Baumhaus, in dem Liv und ihr Bruder als Kinder gespielt haben, die Leiche eines Mädchens gefunden wird, beginnt für Liv ein Alptraum, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Sie weiß nicht mehr, wem sie trauen kann und wird dazu noch weiter von Ethan und Daniel bedrängt. Aber auch ihr Bruder verhält sich auf einmal sehr merkwürdig.


Meine Meinung:
Ich muss gestehen, ich war sehr neugierig auf das Buch und habe es mir sofort besorgt. Die wenigen Seiten laden auch geradezu zum schnellen “mal eben Zwischendurch” lesen ein.

Die Autorin versteht es gekonnt, den Leser geradezu ans Buch zu fesseln. Die Spannung steigt stetig an und es kommen immer weitere unglaubliche Details ans Licht. Immer wieder wird die Handlung unterbrochen und wir erfahren, was vor zwei Jahren im Raum 213 geschehen ist. Mit jeder Seite kommen wir der Auflösung näher, trotzdem versteht es Amy Crossing weitere Haken zu schlagen und Fiktion und Wirklichkeit miteinander zu verschmelzen. Was ist wahr? Wem kann Liv noch trauen? All diese Fragen ziehen den Leser geradezu in ihren Bann.

Obwohl das Buch mit seinen 172 Seiten keine tiefgründigen Protagonisten und Handlungsstränge bieten kann, ist es doch nicht oberflächlich geraten. Ich hätte mir am Ende ein wenig “mehr” Raum 213 gewünscht. Trotzdem sehe ich den weiteren Bänden gerne entgegen.

Hervorzuheben ist noch, dass der Preis von 7,95 € auch den Code für das ebook erhält.

  • Band 2 “Arglose Angst” erscheint am 10.03.2014
  • Band 3 “Gefühlvolles Grauen” – es steht noch kein Termin fest
  • Band 4 “Falsche Furcht” – auch hier steht noch kein Termin fest


Fazit:

Ein spannender Auftakt, der zwar kleine Schwächen aufweist, aber dennoch überzeugen kann. Für Thriller-Neulinge empfehlenswert!

[Sanja bloggt]: Allen Zadoff – Boy Nobody

Allen Zadoff – Boy Nobody
bloomoon
333 Seiten
ISBN: 978-3-8458-0005-9
16,99 €

 

 

Zum Autor:
Allen Zadoff hat 2010 mit Food, Girls and Other Things I Can’t Have den Sid Fleischman Humor Award gewonnen. Er lebt in Los Angeles, wo er an Boy Nobodys weiterem Schicksal schreibt.

Zum Buch:
Boy Nobody ist kein gewöhnlicher Junge. Er ist 16 Jahre alt und wurde bereits vor 4 Jahren zum Auftragskiller ausgebildet. Seitdem fährt er durch halb Amerika von einem Job zum nächsten, von einem Schicksal zum Anderen und tötet eiskalt sein Zielobjekt. Dafür hat er ein jahrelanges Training hinter sich gebracht und er ist verdammt gut in seinem Job. Doch in seinem nächsten Auftrag läuft nicht alles glatt und er hätte nie geglaubt, den alles entscheidenden Fehler zu machen: Boy Nobody hätte nie gedacht, sich zu verlieben…

Meine Meinung:
Die Geschichte geht ab wie nichts. Es ist kaum vergleichbar mit anderen Büchern, denn wo gibt es schon einen jugendlichen Auftragskiller?
Boy Nobody ist kalt, emotionslos und präzise. Genau dafür wurde er ausgebildet. Gewollt hat er das sicher nicht, doch nach dem er da so “hineingeschlittert” ist, kennt er nur noch den Tod als seinen ständigen Begleiter.

Nach dem plötzlichen Tod seiner Eltern, nimmt sich die “Organisation” seiner an. Eine Frau namens “Mutter” kümmert sich um ihn und “Vater” vergibt die Aufträge.

“Was ist mit meinen Eltern?”
“Tot.”
Das war das erste Wort, das sie je zu mir sagte. Ich hatte keine Ahnung, dass der Tod die Grundlage unserer Beziehung werden sollte.
(Allen Zadoff / Boy Nobody / S. 39)

Als Boy Nobody seinen letzten Fall beendet und sein Zielobjekt eliminiert hat, erhält er den Auftrag den Bürgermeister von New York zu töten. Doch dafür hat er dieses Mal nur 5 Tage Zeit – normalerweise dauern seine Jobs mehrere Wochen oder gar Monate, bis er sich das Vertrauen der Zielperson erschleicht. Doch nur 5 Tage?

Boy Nobody wird in die örtliche Schule eingeschleust und freundet sich bereits am ersten Tag mit Sam, der Tochter des Bürgermeisters an. Sie lädt Nobody noch an diesem Abend auf eine Party in Ihre Privatwohnung ein. Bis hier hin läuft alles glatt, aber aus unerfindlichen Gründen beginnt Boy Nobody zu zögern und verschenkt die erste Chance sein Zielobjekt zu töten.

Doch das ist nicht alles. Boy Nobody wird von einem mysteriösen Schatten verfolgt und muss bald um sein eigenes Leben kämpfen. Dann verliebt er sich ausgerechnet noch in Sam. Kann er ihr Vertrauen missbrauchen und sie so verletzen, indem er ihren Vater tötet? Plötzlich erhält er einen neuen Auftrag. Sein Zielobjekt hat sich geändert und Boy Nobody gerät mehr denn je in einen Gewissenskonflikt.

Keine Frage, mit Boy Nobody betreten wir völliges literarisches Neuland. Jugendliche Helden gibt es zu Hauf, aber einen zunächst gefühlskalten Auftragskiller? Wohl kaum.

In der ersten Hälfte ist das Buch düster und kalt. Wir erfahren mehr aus dem Leben von Boy Nobody und wie er so geworden ist, von seinem persönlichen Antrieb und seiner Einsamkeit. Eine Einsamkeit, die er selbst kaum erkennt.

In der zweiten Hälfte wandelt sich diese Kälte in wohlige Wärme, dem Gefühl der ersten Liebe und Machtlosigkeit. Boy Nobody ist mit seinen Gefühlen völlig überfordert und beginnt seine Organisation zu hintergehen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Die Kapitel sind kurz und die Seiten fliegen nur so dahin; ein richtiger Pageturner. Die Szenen, vor allem die Kampfszenen, sind bildhaft beschrieben und lebendig, nahezu wie in einem James-Bond-Film.

Leider bleibt der Hintergrund zu der Organisation im Dunkeln. Themen werden schemenhaft angerissen und nicht weiter zur Aufklärung gebracht. Einiges hätte mich hier noch interessiert, wie z.B. wer steckt hinter der Organisation und wie finanziert sie sich? Ich hoffe hierzu erfahren wir noch mehr in dem oder den nächsten Teilen.

Das Ende wurde dann abrupt zum Abschluss gebracht und man fragt sich, war es das etwa jetzt? Ist es wirklich so ausgegangen? Leider ja, kann ich nur sagen.

Leseempfehlung: ab 14 Jahren

Fazit:
Trotz mancher Ungereimtheiten, ein geradezu spannendes Jugendbuch mit einem ungewohnten Helden, der dem Leser sehr ans Herz wächst.

Sanja bloggt bei Koendgen

Sanja_FotoHallo liebe Leser,
ab sofort begrüßt und informiert Euch ein neues Gesicht über Kinder- und Jugendbücher hier auf buecherwuppertal.com – dem Koendgen-Blog!

Darf ich mich kurz vorstellen?

Ich heiße Alexandra, wurde 1977 in Wuppertal geboren und wohne den größten Teil meines Lebens im schönen Stadtteil Ronsdorf.

Zu meinen Hobbies gehören vor allem Bücher, die ich gerne verschlinge und natürlich alles, was damit zusammenhängt. Seit über drei Jahren betreibe ich den Bücherblog www.buchverrueck.de.

Ich würde gerne erzählen, dass ich seit ich lesen kann, in die Bibliothek renne und mir jeden Tag Bücher ausleihe, doch das wäre gelogen. Viel mehr bin ganz allmählich zum Lesen gekommen. Die Bücher, die wir zu Hause hatten, waren aus meiner Sicht, alt und verstaubt. Zudem wurde bei uns von jeher mehr ferngesehen, als gelesen. Schade eigentlich. Trotzdem bin ich dann als Teenager endgültig dem gedruckten Buch verfallen.

Ich habe dann irgendwann angefangen Krimis und Thriller zu lesen, später kamen weitere Themengebiete dazu. Heute lese ich am liebsten Jugendbücher und bin so bestens gerüstet für meine neue Aufgabe 😉

Eines Tages bin ich über meinen ersten Bücherblog gestolpert und ich dachte: „Das mache ich auch!“. Seitdem blogge ich über Bücher, Lesungen, Messebesuche und alles, was damit zusammenhängt.

Zu meiner großen Freude wurde ich kürzlich gefragt, ob ich hier auf buecherwuppertal.com mitarbeiten möchte, um meine Rezensionen mit Euch zu teilen. Aber gerne doch 🙂
Ihr werdet hier also ab 2014 in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder eine Buchempfehlung von mir erhalten.

Jetzt wünsche ich allen Lesern erst einmal einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein besonders (Bücher-)starkes Jahr 2014!

Viel Spaß beim Lesen!

Sanja

08.05.13 | 15.00 Uhr | Werth 79 | Buchvorstellung: Wuppertal in frühen Fotografien

Cover Wuppertal 1880-1945_DruckqualitaetWuppertal in frühen Fotografien
1880 bis 1945 von Herbert Günther
Erscheint am 24. April 2013
08.05.13 | 15.00 Uhr | Werth 79 | Buchvorstellung: Wuppertal in frühen Fotografien
Eintritt frei

Ein neuer brillanter Bildband über die wechselvolle Geschichte Wuppertals

Nach dem großen Erfolg seines letzten Bildbands Wuppertal 1955 bis 1990. Fotografen sehen ihre Stadt hat sich der renommierte Autor Herbert Günther erneut auf die Suche nach bisher unveröffentlichtem historischem Bildmaterial gemacht. Auf 84 reich illustrierten Seiten bieten sich dem Leser faszinierende Blicke auf Barmen, Elberfeld sowie die Stadtteile Wupperfeld, Wichlinghausen, Langerfeld, Beyenburg und Uellendahl in der Zeit zwischen 1880 und 1945. Die 69 historischen Fotos, die aus öffentlichen und privaten Sammlungen stammen, zeigen einzigartige Ansichten vom Leben der Menschen zwischen Kaiserreich und NS-Diktatur, erinnern an den harten Alltag in den Arbeitervierteln und dokumentieren historische Ereignisse wie die feierliche Einweihung der Ruhmeshalle. Dieser faszinierende Bildband lädt zum Erinnern, zum Neu- und Wiederentdecken ein. Ein Muss für alle, die sich für die wechselvolle Geschichte der Wupperstadt interessieren.

Das industriell geprägte Stadtbild Elberfelds Ende des 19. Jahrhunderts präsentiert sich dem Leser beim Blick vom Nützenberg. Von der Hardt aus entdeckt er den Döppersberg, die lutherische Kirche am Kolk oder den Kiesberg mit der Königshöhe. Einmalige historische Fotografien dokumentieren die bedrückenden Lebensumstände in der Alten Fuhr, einem der ältesten Arbeiterviertel im Wuppertal, das bis zu seinem Abbruch 1885 als Schandfleck galt. Das alte Island oder das Mühlenschutt finden sich ebenso in Wort und Bild festgehalten wie die Döppersberger Steinbrücke oder der Elberfelder Brausenwerth. Einzigartige Panoramaaufnahmen zeigen die gründerzeitliche Barmer Innenstadt mit der Christuskirche am Oberdörnen, dem Stadttheater oder dem Hauptbahnhof. Auf beeindruckenden historischen Rundumaufnahmen präsentieren sich dem Leser die Stadtteile Wupperfeld, Wichlinghausen oder Heckinghausen.

Fotografien des harten Arbeitsalltags in den Hämmern, des emsigen Treibens auf der Barmer Rathausbrücke oder in der Cölner Straße im alten Island spiegeln das tägliche Leben der Menschen in diesen Jahren wider. Die Einweihung der Barmer Ruhmeshalle im Oktober 1900 durch Kaiser Wilhelm II verfolgt der Leser ebenso wie den Festzug „100 Jahre Stadt Barmen“, zu dem Kronprinz Wilhelm und Kronprinzessin Cecilie eigens aus Berlin anreisten.

Herbert Günther, Jahrgang 1951, ist ein profunder Kenner der Geschichte Wuppertals. Der gelernte Druckvorlagenhersteller ist Mitglied im Bergischen Geschichtsverein und besitzt ein eigenes umfangreiches historisches Archiv. Der leidenschaftliche Fotograf veröffentlichte seine Aufnahmen in zahlreichen Zeitschriften und gestaltete Ausstellungen mit Fotos aus dem alten Wuppertal. Im Sutton Verlag publizierte Günther bereits sechs historische Bildbände, darunter
u. a. „Zeitsprünge Wuppertal“ oder „Wuppertal 1955 bis 1990. Fotografen sehen ihre Stadt“.

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