»Mir schwebt da so was vor« Der Schwebebahn-Kalender von Holger Weber.

Holger Webers collagenartige Malerei zeigt schöne und überraschende Blicke ins Tal: das Schwebebahngerüst, die Wupper, angrenzend die verschrobene Architektur der Stadt, ihre Hinterhofkulissen, Fabrikgebäude, die Fischreiher und die interessante Botanik am Wupperufer.
Holger Weber (geboren 1957) zog 1999 nach Wuppertal und ist seither fasziniert von dieser Stadt. Nach einer Lehre zum Industriekaufmann arbeitete er zweieinhalb Jahre am Stadttheater Oberhausen als Maler. Er studierte Malerei an der Akademie für Bildende Künste in München bei Prof. Jürgen Reipka und ist Mitbegründer der Künstlergruppe »Decembinat«.

Holger Weber
Mir schwebt da so was vor
Schwebebahn-Kalender 2012
mit 12 Blättern, € 9,95 €
978-3-939843-16-0

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Jeder Vers ein Leopardenbiss

Bücher Köndgen, Werth 79, Wuppertal-Barmen
Mittwoch, 16. November 2011, 19:30 Uhr
Der Eintritt ist frei, um Voranmeldung wird gebeten.

„Sie ist cool, sie ist Trend“ schreibt ein Teenager im 21. Jahrhundert über Else Lasker-Schüler, die seit 1945 tot ist. 1912 sagt die Dichterin: „Welcher Dilletant hat das Wort modern erfunden! Was wertvoll ist – bleibt bestehn.“ Ein treffendes Zitat zum 20jährigen Bestehen der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft und ihrem Jubiläumsalmanach. Denn knapp 100 Jahre später erfährt die Aussage der Künstlerin Bestätigung: Im „Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart“ in Berlin fand im Frühjahr 2011 die Ausstellung „Else Lasker-Schüler. Die Bilder“ statt. Sie kehrte damit in den Kanon der bildenden Künste zurück – das thematisieren mit Sigrid Bauschinger, Erika Klüsener und Ricarda Dick gleich drei ausgewiesene Expertinnen im 9. Almanach, der zugleich die zwölfte Publikation der ELS-Gesellschaft ist .

Der Titel „Jeder Vers ein Leopardenbiss“ ist ein Zitat aus dem lyrischen Pingpong zwischen Else Lasker-Schüler und Gottfried Benn. Eines der sechs „Kapitel“ ist einem anderen Dichter im Leben des Prinzen von Theben gewidmet: Peter Hille. Der „Dichter-Cabarettist“ und Vagantenpoet war dominierend in der Neuen Gemeinschaft, der ersten (Dichter-)Kommune in Berlin. Sie wird bei einem „Spaziergang durch Friedrichshagen“ geschildert.

Neben einigen Gedichten wird überwiegend Prosa publiziert: Zeitzeugenberichte wie Avital Ben-Chorins „Ungeheuer sexuelle Augen“ oder Vorträge, die bei den ELS- Foren in Wuppertal, Berlin, Catania und Tel Aviv gehalten wurden, u.a. von Walter Gödden, Uri Avnery (mit seinem Friedenstraum im Nahen Osten), Heinz Rölleke, Moshe Zuckermann, Hans-Dieter Zimmermann, Chaim Noll, Markus Hallensleben, Matthias Buth, Jakob Hessing, Heiner Bontrup, Ulrike Müller und Yoram Ben-Zeev.

„Jeder Vers ein Leopardenbiss“. Ein Else Lasker-Schüler Almanach mit zahlreichen Abbildungen. Hrg. Hajo Jahn. Titelbild Wolf Erlbruch. 500 Seiten, brosch., Fadenbindung. 22,- €, für Mitglieder bei Abholung 18,- €; bei Versand Inland 20,- €. – Präsentation am 16. November um 19.30 h in der Buchhandlung Köndgen, Wuppertal- Barmen, Werth 79

ABSCHIEDSBRIEFE GEFÄNGNIS TEGEL

Katholisches Bildungswerk, Else-Lasker-Schüler- Gesellschaft und Bücher Köndgen laden ein: HELMUTH JAMES UND FREYA VON MOLTKE: ABSCHIEDSBRIEFE GEFÄNGNIS TEGEL / INSZENIERTE LESUNG MIT DEN SCHAUSPIELERN JOCHEN STRIEBECK UND JOVITA DERMOTA
Katholisches Bildungswerk, Laurentiusstraße 7, 42103 Wuppertal
Montag, 21. November 2011, 19:30 Uhr
Eintritt € 3,00

Anfang 2010 wurde bekannt, dass der Briefwechsel zwischen Helmuth James und Freya von Moltke aus den letzten Wochen vor seiner Hinrichtung wie durch ein Wunder komplett erhalten ist. Die politisch und persönlich offenherzigen Briefe, die vom Gefängnispfarrer Harald Poelchau unter Einsatz seines Lebens fast täglich an der Zensur vorbeigeschmuggelt wurden, sind das aufwühlende Zeugnis einer großen Liebe in den Zeiten des Widerstands gegen ein unmenschliches Regime.

Berlin Tegel, im Herbst 1944: Der 37 Jahre alte Jurist und Widerständler Helmuth James von Moltke wartet auf seinen Prozess vor dem Volksgerichtshof – und auf seine Hinrichtung. Während sowjetische Truppen auf seine Heimat Kreisau in Schlesien vorrücken und Weggefährten gehenkt werden, wechselt er täglich Briefe mit seiner Frau Freya: Es geht um ihre Liebe und die Lage in Kreisau, die Situation im Gefängnis und die Vorbereitung auf den Tod, aber auch um den Widerstand und um Wege zur Rettung. „Ich habe keine Furcht vor dem Tod, und ich habe animalische Angst vor dem Sterben“, schreibt Helmuth James. „Ich werde alt und anders werden, deshalb muss ich Dich in mir tragen und mit Dir leben“, antwortet Freya.

Zu den Herausgebern: Helmuth Caspar von Moltke, geb. 1937, ist der älteste Sohn von Helmuth James und Freya von Moltke. Ulrike von Moltke, geb. 1944, ist eine Tochter des Widerständlers Hans Bernd von Haeften und war mit Konrad von Moltke, dem jüngeren Sohn von Helmuth James und Freya von Moltke, verheiratet.

Ein spannendes Thema mit exzellenten Schauspielern als Veranstaltung der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft mit dem Katholischen Bildungswerk und der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit als Partnern. Ein Besuch ist empfehlenswert – es verspricht, ein unvergessliches Erlebnis zu werden, sowohl vom Inhalt her als auch von den Interpreten. (Hajo Jahn)

 

Pressestimmen:

„The collection is unique: (…) It is the manifestation of an almost mystical union. (…) Often the tone of the letters is disturbingly frank. Moltke discusses with Freya how one can learn to suffer without idealizing suffering, and she responds that a rosy outlook on their future would be a clouded vision. Moltke, almost always ‘unsad‘ and serene, reminds her that life should always be lived like that: aware that it could end the next day, and that in death there will be a new beginning. (…)
Frauke Geyken’s readable biography uses extensive archival research, interviews with family members and a great number of photographs to chart Freya’s life.“
Christophe Fricker, The Times Literary Supplement, 16. September 2011

„[Ein] erschütternde[s] Buch (…).“
Cornelia Rabitz, Deutsche Welle Kultur, 28. März 2011

„Es sind bewegende Briefe – in der tiefen Liebe, die sie ausdrücken, in der Gefasstheit und der nicht nachlassenden Hoffnung auf Rettung, aber auch auf eine bessere Zukunft, ein besseres Deutschland. (…) sehr lesenswert (…).“
Cord Aschenbrenner, Neue Zürcher Zeitung, 23. März 2011

„Innig und zutiefst erschütternd. (…) Die Lektüre dieser Zeugnisse eines verbissenen Kampfes zweier Menschen in aussichtsloser Lage gehört zum Erschütterndsten, was je geschrieben wurde.“
Rudolf Walther, Berliner Zeitung, 19. März 2011

„Für die Nachwelt sind die ‚Abschiedsbriefe Gefängnis Tegel‘ eine Sensation – und für die Leser eine Erfahrung, die unter die Haut geht.“
Lesen. Beilage der Madsack-Gruppe, 17. März 2011

„Ein einzigartiges menschliches Dokument des Widerstands gegen die Nazis.“
Die Zeit, 17. März 2011

„Nun lassen Sie mich Ihnen, meine Damen und Herren, wie gewohnt noch meinen ganz persönlichen Buchtipp mitgeben: Es sind ausnahmsweise zwei Bücher, aber Sie werden gleich sehen: sie gehören zusammen. Das eine ist die Biographie von Freya von Moltke, verfasst von Frauke Geyken, das zweite die erste vollständige Ausgabe der Abschiedsbriefe aus dem Gefängnis Tegel, die Helmut James und Freya von Moltke sich schrieben. Freya von Moltke und ihr Mann gehörten von Anfang an zu den Widerstandskämpfern gegen Hitler. Helmuth James von Moltke wurde 1945 hingerichtet. Und die Briefe hat der Gefängnispfarrer Harald Poelchau unter Einsatz seines Lebens fast täglich an der Zensur vorbeigeschmuggelt. Die Biographie von Freya von Moltke und der Briefwechsel zeugen von zwei charakterstarken Menschen, die sich der Diktatur verweigerten. Beide Bücher sind Zeugnisse großer menschlicher Würde. Unbedingt lesen: Freya von Moltke, ein Jahrhundertleben von Frauke Geyken und Helmuth James und Freya von Moltke, Abschiedsbriefe Gefängnis Tegel. Beide Bücher sind im Beck-Verlag erschienen.“
Ulrich Wickert, Wickerts Bücher, 6. März 2011

„Wer die Briefe liest, wird den Herausgebern recht geben, die in ihrer Einleitung schreiben, ihre Lektüre könne Mut zum Handeln machen, wo Menschenrechte und Demokratie gefährdet sind, und die mit dem Satz schließen: ‚Ihre Abschiedsbriefe zeigen anschaulich, dass dieser Mut einhergeht mit einer Intelligenz des Herzens.'“
Renate Wiggershaus, Frankfurter Rundschau, 7. Februar 2011

„Eine große Liebe und ein tiefer Glaube – eindrucksvoll und berührend festgehalten in einem Briefwechsel, der den Leser auf mehr als fünfhundert Seiten fesselt.“
Rainer Blasius, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Februar 2011

„Die Lektüre dieser Zeugnisse eines verbissenen Kampfes zweier Menschen in aussichtsloser Lage gehört zum Erschütterndsten, was je geschrieben wurde.“
Rudolf Walther, die tageszeitung, 5. Februar 2011

„Es wirkt wie ein Wunder, dass Helmuth James von Moltke und seine Frau Freya sich im Oktober des Jahres 1944 Briefe schreiben konnten. Möglich wurde er [der Briefwechsel] nur durch die mutige Hilfe eines Pfarrers, der die Briefe der Moltkes schmuggelte. Beide schrieben mehrmals täglich: So kamen Hunderte von Briefen zusammen, die nun erstmals veröffentlicht werden in einem ergreifenden und zeitgeschichtlich bedeutenden Briefband. Am Anfang, als sie noch an eine Begnadigung glauben, sind die Briefe voller Hoffnung, später ergibt sich Moltke in sein Schicksal. Die Briefe sind berührend und, gerade als es auf das Ende zugeht, auch: erhaben.“
Thomas Andre, Hamburger Abendblatt, 27. Januar 2011

„Beide Bücher, die ‘Abschiedsbriefe’ und die Biographie [über Freya von Moltke], sollten gemeinsam gelesen werden. Hier geht es nicht nur um den Aspekt des Widerstandes gegen Hitler. Wir erhalten darüber hinaus Einblicke in die großartige Liebe zweier Menschen, die von einer nihilistischen Gesellschaft herausgefordert wird, und parallel dazu neue Erkenntnisse über eine großartige Frau. Hier werden Gefühle angesprochen und die Identifikation mit den Protagonisten herausgefordert. In mehrfacher Hinsicht eigenen sich beide Bücher für alle Altersschichten, für alle Kultur- und Religionszugehörigkeiten. Insofern spricht noch einmal der originale Geist des ‘Kreisauer Kreises’ mit aller Kraft zu uns!“
Tom Goeller, Deutschlandfunk, 24. Januar 2011

„(…) ein intensiver, tief berührender Briefwechsel. Dass wir heute in den Genuss dieses einzigartigen Briefwechsels kommen, gleicht fast einem Wunder. (…) das einfühlsame Porträt einer der Welt zugewandten, erdgebundenen und sehr tüchtigen Frau, genauso wie sich Freya selbst gerne sah.“
DPA, 18. Januar 2011

„‚Briefe an Freya‘ (…) ein Klassiker der Widerstandsliteratur. (…) gewaltigen Schatz (…). Festzuhalten ist (…) dass dieser intensive, von Liebe durchtränkte Briefwechsel frei ist von jeder Sentimentalität. Hier reden zwei Menschen von sich – von ihrem Glauben, ihrer Hoffnung, ihrer Liebe. Die Korrespondenz zwischen Helmuth James und Freya von Moltke gehört zweifellos zu den kostbarsten Schätzen der deutschen Briefliteratur. Näher am Tod kann man nicht sein. Und nicht näher an der Liebe.“
Thomas Karlauf, Die Welt, 15. Januar 2011

„Diese Korrespondenz ist ohne Vergleich. Hier schreiben zwei Menschen um ihr Leben und überantworten sich doch, in Gottes Namen, dem nahenden Tod. Jeder Brief kann der letzte sein, der Todestag schiebt sich hinaus. Es sind Briefe, die vom Menschenmöglichen handeln. Man liest sie atemlos, obwohl das Ende bekannt ist: die Hinrichtung Moltkes. (…)
In angespannter geistiger Disziplin suchen hier zwei Menschen füreinander nach tragfähigen Bedeutungen von Glaub, Liebe und Hoffnung.“
Elisabeth von Thadden, Die Zeit, 13. Januar 2011

„(…) Zeugnisse einer großen Liebe. (…) ein Lehrstück über Anstand, Moral und Liebe. Es ist der Versuch, sich gegenseitig in das Leben des anderen hineinzuziehen. Die Briefe entwickeln einen fast literarischen Sog, es gibt eine Art von Anstand und Mut, die den Leser in ihrer Intensität fast peinlich berührt. Es sind Liebesbriefe und moralische Lehrstücke in einem, sie behandeln große Fragen: Was bedeutet der Tod? Kann Liebe den Tod besiegen? Wie verhält sich Gut zu Böse, Recht zu Unrecht, Liebe zu Leid?“
Susanne Beyer, Der Spiegel, 20. Dezember 2010

„(…) eindrucksvolle Zeugnisse von Liebe und Widerstand, überschattet von der Gewissheit des Todesurteils.“
börsenblatt, 16. Dezember 2010

GIDEON HK alias Hartmut Krüpe-Silbersiepe: Volodja – Fundstücke eines Lebens

Montag, 17. Oktober 2011, 19:30 Uhr
Lesung
Der Eintritt ist frei, um Voranmeldung wird gebeten.
Ort: Bücher Köndgen, Hauptstraße 54-56, Schwelm

Ein geheimnisvolles Manuskript aus dem 18. Jahrhundert, auf ebenso geheimnisvolle Art vom Autor gefunden, lässt in mühsamer Übersetzungsarbeit die faszinierende Lebensgeschichte von Volodja Zacharski, seinem Leben und seinem Ende entstehen. In Fragmenten tauchen Lebensumstände und Familienmitglieder von Volodja auf, es bleiben aber auch Lücken, die die Fantasie des Lesers mit Inhalt füllen können. Fehlendes und Unübersetzbares geben dem Leser mannigfaltige Interpretationsmöglichkeiten, auch das absurd-tragische Ende Volodjas trägt dazu bei.

Der Schwelmer Hartmut Krüpe-Silbersiepe (Gideon HK), 1941 geboren, war als promo- vierter Diplombiologe tätig und begann erst 1999 zu schreiben, zunächst Lyrik, die er 2002 und 2003 im Eigenverlag veröffentlichte. Seit 2004 hat er mehrere Lesungen veranstaltet, in Schwelm u.a. mit Stefan Wiesbrock.
Sein Kurzroman »Volodja, Fundstücke eines Lebens« begann er bereits 1999.

Eine beeindruckende Frau: Majella Lenzen zu Gast bei Bücher Köndgen

Im Rahmen der traditionsreichen Veranstaltungsreihe 8nach8 von Bücher Köndgen gewährte die ehemalige Ordensfrau und Missionarin Majella Lenzen einem zahlreich erschienenen Publikum Einblicke in ihre abenteuerliche Lebensgeschichte.

Viele Interessierte hatten sich zu der Lesung im Barmer Geschäft eingefunden. Ein volles Haus und bis auf den letzten Stuhl besetze Plätze machten deutlich, dass diese Frau beeindruckt und Menschen bewegt.

Nach der Begrüßung durch Geschäftsführer Thomas Helbig und einleitenden Worten von Herrn Bruno Hessel (Ökumene 2017 e. V.) nahm Frau Lenzen ihre Zuhörerinnen und Zuhörer in klarer und deutlicher Sprache mit nach Afrika, wo sie 33 Jahre im Dienst der Kirche tätig war. Gebannt lauschten die Gäste ihren anschaulichen und mitunter humorvollen Ausführungen – von der Berufung zu Gott als siebenjähriges Kind über das Ablegen ihrer Gelübde im Jahr 1958 und die erste Entbindung, die sie als Missionarin in Ostafrika recht unvorbereitet durchführte bis hin zu ihrem Ausschluss aus dem Orden. 1995 wurde sie von den Gelübden entbunden, weil sie nach langen Jahren der Aidsarbeit in Tansania und Simbabwe Kondome verteilt hatte.

Nach einer Erfrischungspause beantwortete Majella Lenzen zahlreiche Publikumsfragen zu ihrer Biografie. Als Kooperationspartner waren auch Vertreter der AIDS-Hilfe-Wuppertal e. V. anwesend. So kam eine lebhafte und mitunter kontroverse Diskussion in Gang. Die Autorin zeigte sich gläubig und dennoch weltoffen – eine Frau, die sich für die Kirche eine neue Aufrichtigkeit wünscht.

Erstpräsentation: KURT SCHNÖRING: Dröppelmina, Husch-Husch und Zuckerfritz

Bücher Köndgen, Werth 79, Wuppertal Barmen
Dienstag, 18. Oktober 2011, 19:30 Uhr
Der Eintritt ist frei, um Voranmeldung wird gebeten.

Erstpräsentation: KURT SCHNÖRING DRÖPPELMINA, HUSCH-HUSCH UND ZUCKERFRITZ

Kurt Schnöring erinnert in seinem neuen Buch an das fast vergessene Wuppertal des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Neben den oft genannten Namen Dröppelmina, Husch-Husch und Zuckerfritz und den um sie rankenden Anekdoten erinnert er z.B. daran, dass 1852 allein Elberfeld 42 Brauereien zählte – bei damals »nur« 50.000 Einwohnern. Noch in den sechziger Jahren existierten neben Wicküler die Brauereien Bremme, Gesenberg, Tienes, Waldschloß, Adler, Feldschloß und Höfenquell. Mit ihrem Sterben ging auch Kneipenkultur verloren: »Gemötlichkeit« wurde hier großgeschrieben, das »Krüksken« mit dem begehrten Gerstensaft blieb nie leer und lief so manchem Zecher buchstäblich »ut de Ogen«.

Kurt Schnöring, 1939 in Wuppertal geboren, ist einer der Kenner seiner Heimatstadt. Gut ein Dutzend Bücher über Wuppertal und das Bergische Land hat er veröffentlicht. Schnöring arbeitete bis 2002 als stellvertretender Leiter des Presseamtes der Stadt Wuppertal.

Literatur-Nobelpreis 2011 geht an Tomas Tranströmer

Der Vater war Journalist, die Mutter Lehrerin und nach der Scheidung alleinerziehend. Bevor der junge Tomas Tranströmer die Musik und die Kunst für sich entdeckte, wollte er Naturwissenschaftler oder Archäologe werden. Nach dem Abitur absolvierte er ein Studium der Psychologie an der Universität Stockholm, das er 1956 abschloss. Weitere vier Jahre blieb er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter, bevor er auf eine Stelle als Betriebspsychologe an die Jugendstrafanstalt Roxtuna wechselte.

1965 zog er mit Frau und Kind nach Västerås, eine Stadt knapp 100 km westlich von Stockholm, wo er lange lebte. Er wurde dort mit den Jahren so hoch geschätzt, dass die Stadtoberen 1997 einen nach ihm benannten Tranströmer-Preis für Literatur einrichteten. Ab 1980 bis zum Ruhestand nahm Tranströmer eine Stelle als Arbeitspsychologe beim nationalen schwedischen Arbeitsamt wahr. Nach seiner Pensionierung zog Tranströmer mit seiner Frau Monica zurück nach Stockholm.

Tranströmer debütierte 1954 als 23-Jähriger mit dem Buch 17 dikter (17 Gedichte). Er experimentierte darin sogar mit Blankversen, bevorzugte aber später freie Rhythmen. Seine nächsten beiden Bücher Hemligheter på vägen (1958) and Klangar och spår (1966) verarbeiteten u. a. seine Erlebnisse auf Auslandsreisen nach Spanien, auf den Balkan, nach Afrika und in die USA. Auch Musik spielt eine Rolle, etwa in seinem poetischen Porträt Edvard Griegs, oder Museumsbesuche, wie in seinem Gedicht „Ein Mensch aus Benin“, das von einem afrikanischen Kunstwerk im Völkerkunde-Museum Wien inspiriert wurde.

Eine produktive Künstlerfreundschaft verbindet Tranströmer mit dem US-amerikanischen Dichter Robert Bly. Sie übersetzten einander werkgetreu in die jeweilige Sprache des anderen und nahmen teils auch Gedichte des Gegenübers in eigene Veröffentlichungen auf. Der Bonniers Verlag gab 2001 zum 70. Geburtstag Tranströmers ein Buch mit Korrespondenz zwischen beiden aus den Jahren 1964 bis 1990 heraus.

Ein Schlaganfall beeinträchtigte 1990 Tranströmers Sprachzentrum, aber er erholte sich gesundheitlich wieder. Mit dem Buch Sorgegondolen (Die Trauergondel) gelang Tranströmer 1996 ein besonderes Kunststück. Es verkaufte sich in einer Auflage von 30.000 Exemplaren auf dem kleinen schwedischen Buchmarkt. Tranströmer ist außerdem ein ausgewiesen begabter Amateurmusiker, der Orgel und Klavier spielt. Den stora gåtan (Das große Rätsel, 2004) befasst sich teilweise mit dem Thema des Todes, seinen Vorzeichen und Erfahrungen. (Wikipedia)

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Lesung & Autorengespräch: MAJELLA LENZEN

Bücher Köndgen, Ökumene 2017 e.V. und die AIDS-Hilfe-Wuppertal e.V. laden ein: Donnerstag, 13. Oktober 2011, 19:30 Uhr

Lesung & Autorengespräch
MAJELLA LENZEN
DAS MÖGE GOTT VERHÜTEN

Eintritt € 5,00 / erm. € 3,00
Ort: Bücher Köndgen, Werth 79, Wuppertal-Barmen

Sie war 33 Jahre im Dienst der Kirche in Afrika tätig, davon lange Jahre in der Aidsarbeit in Tansania und Simbabwe. Doch weil sie Kondome verteilte, wurde Majella Lenzen aus ihrem Orden ausgeschlossen. Mit Humor, Ironie und Demut erzählt sie von den abenteuerlichen Episoden ihres Lebens als Missionarin.

Über die Katholische Kirche wird viel geredet und noch mehr spekuliert, denn nur selten können wir hinter die Mauern des Vatikans oder der Klöster schauen. Informationen aus erster Hand gibt nun Majella Lenzen, sie bricht das Schweigen und berichtet von ihren Erfahrungen als Schwester Maria Lauda. 33 Jahre war sie im Dienst der Kirche in Afrika tätig. In Tansania baut die gelernte Krankenschwester ein Krankenhaus auf. Cholera, Malaria, Kaiserschnitte gehören zu ihrem Alltag. Als Provinzoberin in Simbabwe versucht sie die Ordensregeln zu erneuern und gerät in Konflikt mit der Kirche. Sie wird in eine von HIV stark betroffene Krisenregion versetzt, wo sie die kirchliche Aidsarbeit koordiniert. Als sie Kondome in das Rotlichtviertel von Morogoro transportiert, provoziert sie den finalen Skandal. Sie wird von ihrem Bischof in ein sozial prekäres Leben entlassen und von ihren Gelübden entbunden. Majella Lenzen erzählt mit Humor, Ironie und Demut von den abenteuerlichen Episoden ihres Lebens als Missionarin. Sie wankt nicht in ihrem Glauben, trotz der Ungerechtigkeit, die sie erlitten hat, sondern hofft auf eine bessere, eine aufrichtigere Kirche.

Majella Lenzen (Jahrgang 1938), legte 1958 die Gelübde ab und begann im selben Jahr als Missionarin in Ostafrika zu arbeiten. 18 Jahre lang leitete sie das Turiani Hospital in Tansania, 1982 übernahm sie die Leitung der Ordensprovinz in Simbabwe, ab 1990 koordinierte sie die Aidsarbeit in der Diözese Moshi. 1995 wurde sie von den Gelübden entbunden.

Anmeldung und Kartenreservierungen zu allen Veranstaltungen: in Barmen: Tel. (0202) 248 00 -77 in Schwelm: Tel. (02336) 1 86 82 und per E-Mail: 8nach8@koendgen.de

Majella Lenzen;
Das möge Gott verhüten
288 Seiten, Taschenbuch
€ 9,99
978-3-442-15642-9

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Ein Thriller der Extraklasse

Ein Thriller der Extraklasse, der die Themen Vernetzung und Globalisierung auf eine ganz neue, atemberaubende Weise weiterdenkt und die Frage stellt, was Identität und Individualität für die Menschheit bedeuten.

Was wäre, wenn das Wissen und die Gedanken eines Einzelnen für eine ganze Gruppe verfügbar wären? Jederzeit. Würde dann nicht Frieden und Einigkeit auf Erden herrschen? Oder könnte dadurch eine allgegenwärtige Supermacht entstehen, die zur schlimmsten Bedrohung der Welt würde? In einem Nordamerika der Zukunft wird der Mensch als Individuum nicht mehr akzeptiert. Jeder weiß, was der andere denkt, was er fühlt, was er sich am sehnlichsten wünscht. Doch was passiert, wenn sich ein Einzelner gegen die drohende Gleichschaltung aller Gedanken stellt? Wer mit »Hide*out« die Fortsetzung von Eschbachs Erfolgsroman »Black*out« gelesen hat, wird es kaum erwarten können, bis der für 2012 angekündigte dritte Teil endlich in den Buchhandlungen liegt. (Bücherbaukasten)

Eschbach, Andreas
Hide out
Ab 14 Jahre
464 Seiten, gebunden, € 17,95,
ISBN 978-3-401-06587-8
(Arena)

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