Deutschlands größtes Schokoladenfestival kommt nach Wuppertal: die #chocolArt.

Das internationale Tübinger Schokoladenfestival geht auf Tour und ist vom 13.10. bis zum 16.10.2016 zu Gast in Wuppertal.

Das #Schokoladenfestival findet im Oktober zum ersten Mal in Wuppertal statt. Rund 50 internationale Chocolatiers bieten auf dem Schokoladenmarkt auf dem Geschwister-Scholl- Platz und dem Johannes-Rau-Platz ihre hochwertigen und ausgefallenen Produkte an. EINTRITT FREI!

Schokoladengenießer sind da genau richtig. Dazu gibt es das passende Schoko-Rahmenprogramm. Von Kakaomalerei über Pralinenkurse und Schokotastings… für jeden Schokogeschmack ist etwas dabei!

Die #Schokoladenfee besucht uns zu diesem Anlass am 13.- und 14.10 und liest den Kindern eine zuckersüße Geschichte vor. (es gibt auch eine leckere Kostprobe) Am 15.10. haben wir dann Kristina Huttenlocher mit ihrem Buch zur Geschichte der Schokoladenfabrik #Sprengel zu Gast.

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die-schokoladenfee-umschlag-240x171Die Schokoladenfee

Eine Lesung für Kinder und Erwachsene
Köndgens Wupperliebe
Werth 94 | 42275 Wuppertal
13.10.16 + 14.10.16 | 16 Uhr
Eintritt frei | um Anmeldung wird gebeten (0202) 24800-50 oder unter: bestellung@koendgen.de

Die Confiserie Madlon nutzt das Wuppertaler Schokofestival um etwas Gutes für Kinder zu tun.
Schon seit 1843 steht Madlon Confiserie für die hohe Schule des Genießens. Mit durchdachten Produkten für Kinder und Erwachsene setzt das Haus diese Tradition auch in einer Zeit fort, in der immer mehr Menschen an Übergewicht leiden. Schuld daran ist der böse Zuckerknax, so erzählt es zumindest das Buch »Die Schokoladenfee«. Schon den jüngsten Schleckermäulern legt das die Philosophie »Klasse statt Masse« ans Herz. Orientiert man sich an der spart man nicht nur zahllose Kalorien, sondern kann mit allen Sinnen genießen. Denn bei edler Schokolade werden alle fünf Sinne gefordert. Ausprobieren kann man das mit der Tafelschokolade »Elisa, die Schokoladenfee« und mit den Anti-Stresspralinen.

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Christine Drey

Auf dem Schokoladenfestival wird Christine Drey, Geschäftsführerin von Madlon, auch aus ihrem Kinderbuch »Elisa, die Schokoladenfee«, lesen.
Gegen eine Spende kann man die Anti-Stress-Praline® probieren und gleichzeitig Gutes tun. Die gesammelten Spenden werden dieses Jahr an das Kinderhospiz Burgholz gehen.

 

 

 

 

 

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huttenlocher-u1Kristina Huttenlocher
Sprengel – Die Geschichte der Schokoladenfabrik
Lesung
Köndgens Wupperliebe
Werth 94 | 42275 Wuppertal
15.10.16 | 16 Uhr
Eintritt: VVK € 5,- | Abendkasse € 7,50

Tickets hier

Sprengel bleibt für viele Schokoladenfreunde ein Inbegriff von Güte und Qualität. Mit der Wirtschaftsgeschichte Hannovers ist der Firmenname so eng verknüpft wie die Traditionsmarken »Hanomag«, »Appel« und »Bahlsen«. Die Kultschokolade von einst lebt heute aber nur noch in einer Handelsmarke fort.
Kristina Huttenlocher, Urenkelin des Appel-Gründers und Tochter des letzten Appel-Geschäftsführers, hat nun auch die Geschichte Sprengels aufgearbeitet und anhand von aufschlussreichen Dokumenten und historischem Bildmaterial nachgezeichnet: Der Gründungsphase mit Trinkschokolade ab 1851 folgte der Aufstieg als Hoflieferant des Kaisers in Berlin und der industrielle Ausbau der Schokoladenproduktion in der hannoverschen Nordstadt. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der großen Wirtschaftskrise stabilisierte sich die Schokoladenfirma in den 1930er Jahren, produzierte als Heereslieferantin Scho-ka-kola und Wehrmachtsschokolade und überstand den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet. Die Jahre nach 1945 brachten eine weitere Blütezeit für Sprengel Schokolade, Pralinen und die legendären Erfrischungsstäbchen, bevor Konkurrenzdruck und Preisverfall den Niedergang einleiteten. 2001 war aber nur das Aus der Schokoladeproduktion: Mit seiner Kunstsammlung und dem gleichnamigen Museum hinterließ Bernhard Sprengel, Enkel des Firmengründers, den Hannoveranern ein Erbe, das die Schokolade schließlich überdauern sollte.
An Hannovers Traditionsfirma erinnern sich nicht nur die Genießer feiner Schokolade, sondern auch ehemalige Mitarbeiter mit Wehmut. Huttenlocher gelingt es, in dieser exemplarischen Chronik eines lokalen Unternehmens den wesentlichen wirtschaftlichen und politischen Umbrüchen der zurückliegenden 150 Jahre Gestalt und Gesicht zu geben.

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Christina Huttenlocher

Kristina Huttenlocher, geb. Blunck, Jahrgang 1947, wuchs in Hannover auf und studierte an der FU Berlin und in Frankfurt Politikwissenschaft, Geschichte, Germanistik und Wirtschaftswissenschaften. Sie arbeitete 23 Jahre als Lehrerin, dann drei Jahre im hessischen Kultusministerium und leitete von 1998 bis zur Pensionierung 2011 ein Gymnasium und eine Integrierte Gesamtschule. 2013 erschien bei zu Klampen ihr Erstling, die Firmengeschichte von »Appel Feinkost«.

Tickets/Anmeldung
Köndgens Wupperliebe
Werth 94 | 42275 Wuppertal
Tel: 0202 | 24800-50
bestellung@koendgen.de

http://www.wuppertal-live.de/?196978

 

 

 

Auf zur Buchmesse! Mit der ~Wupperliebe~ nach Frankfurt!

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Bereits die 11. Bücher Köndgen-Buchmesse-Fahrt bringt die größten Bücherfans in die »heiligen Hallen« der internationalen Bücherwelt.

Die Fahrkarten sind ab sofort in Köndgens ~Wupperliebe~ im Werth 94 und online bei Wuppertal-live erhältlich.

Zur Reiseplanung:
Abfahrt: Samstag, 22.10.16
7:oo Uhr in der Rudolf-Herzog-Str/Werth in Barmen
7:15 Uhr am Schauspielhaus in Wuppertal Elberfeld.
Ankunft in Frankfurt, mit kurzer Pause, ca. 9:30 Uhr.

10.00 – 17.00 Uhr: Lesungen, Prominente, Bücherwürmer, spannende Entdeckungen und vor allem: Bücher, Bücher, Bücher. Wir geben Ihnen ein paar gute Tipps für Ihre Messeplanung mit auf den Weg!

Rückfahrt um 17:30 Uhr.

Lesehungrige Rückkehr um ca. 21:oo Uhr in Wuppertal.

Reisekosten inklusive Eintritt Buchmesse: € 39,95

Telefonische Anmeldung: 0202.2480050
Email: bestellung@koendgen.de

 

Vom Leben und Weben in Wuppertal #newstuff

Vom Leben und Weben in Wuppertal

Jasmin Kischk, Sandra Stünkel, Hans Zerbolesch, Kerstin Zegay, Sonja Seifer-Beck „Leben und Weben in Wuppertal

Noch mehr Geschichten aus jedem Blickwinkel der Stadt.

Die Häuser an der Wupper drängen sich nah an den Fluss im Tal, und auf ähnliche Weise rücken auch die Bewohner dieser Stadt zueinander, bis sich ihre Geschichten berühren und durchdringen.
Nach „Vom Leben und Schweben in Wuppertal“ und „Vom Leben und Regen in Wuppertal“ werfen in diesem Band zum dritten Mal Wuppertaler Autorinnen und Autoren ihren ganz persönlichen Blick auf das Leben in ihrer Stadt – und diese Blicke sind kritisch, humorvoll, melancholisch, hoffnungsvoll, absurd und vieles mehr.
Ein unterhaltsames Lesebuch für regenreiche Nachmittage – nicht nur in Wuppertal.

ISBN: 3939843660
EAN: 9783939843665
Herausgegeben von A. Wiesler
Edition Köndgen
Juni 2016 – kartoniert – 168 Seiten

[Sanja bloggt]: Anne Freytag – Mein bester letzter Sommer

Anne Freytag - Mein bester letzter Sommer

Anne Freytag – Mein bester letzter Sommer
Heyne fliegt
367 Seiten
ISN: 978-3-453-27012-1
14,99 €
ab 14 Jahren

Zur Autorin:
Anne Freytag wurde im Jahre 1982 geboren und arbeitete für eine Werbeagentur. Sie veröffentlichte bereits mehrere Romane, teilweise unter ihrem Pseudonym Ally Taylor und widmet sich mittlerweile ganz dem Schreiben.
„Mein bester letzter Sommer“ ist ihr erstes Jugendbuch. Sie lebt und arbeitet in München.

Zum Buch:
Tessa ist 17 Jahre alt und hat ihr ganzes Leben noch vor sich. Eigentlich. Doch Tessa ist unheilbar krank und hat nur noch wenige Wochen zu leben. Sie träumt von ihrem ersten perfekten Kuss. Dem ersten Sex mit der großen Liebe. Das wird sie jedoch nicht mehr erleben.
Tessa ist sauer, auf ihre Familie und dieses beschissene kurze Leben. Sie ist ohnmächtig, denn sie kann nichts dagegen tun. Sie kann einfach nur noch warten. Warten auf den Tod. Doch dann taucht plötzlich Oskar auf. Oskar, der hinter ihre Fassade blickt und nicht locker lässt. Er macht ihr einen ungewöhnlichen Vorschlag und schon bald brechen die beiden auf nach Italien, zu ihrem besten und letzten Sommer ihres Lebens.

Anne Freytag - Mein bester letzter Sommer


Meine Meinung:

Tessa ist ein verletzliches Mädchen, in sich gekehrt. Sie hat schon fast mit ihrem Leben abgeschlossen. Statt die Zeit sinnvoll zu nutzen, vergräbt sie sich in ihrem Zimmer und plant ihre eigene Beerdigung. Als sie Oskar kennenlernt, löst er etwas in ihr aus. Gefühle und diesen unbändigen Hunger nach Leben.  Nicht nur ihm gegenüber, beginnt sie sich zu öffnen, sondern auch ihrer Familie gegenüber. Doch sie will sich ihre Gefühle zu Oskar nicht eingestehen. Will sie sogar unterbinden, bis er ihr unmissverständlich klar macht, dass er bei ihr bleiben wird. Sie verlieben sich in einander. Ganz langsam und zaghaft. So als könnte das Band, dass sie beide verbindet, entzwei brechen.

Wenn dich dieser eine Mensch berührt, der dich berührt, bleibt die Welt stehen.
Anne Freytag // Mein bester letzter Sommer // S. 74

Schon zu Beginn ist schnell klar: das ist kein Buch für „mal eben zwischendurch“. Das ist ein Buch mit Herz und Romantik, aber auch Schmerz. Es ist wie eine leichte Brise, die zu einem gewaltigen Orkan heranwächst und mich als Leser traurig und dankbar zugleich zurücklässt. Traurig, weil es einfach Schicksale gibt, die sind nicht fair. Niemals. Und dankbar, weil ich einfach Chancen im Leben habe, die andere niemals haben werden. Man sollte jeden Tag intensiv leben. Auskosten. Wie schnell verrinnt der Sand im Stundenglas des Lebens.

Das Leben wird nicht definiert von den Momenten, in den du atmest, sondern von denen, die dir den Atem rauben.
Anne Freytag // Mein bester letzter Sommer // S. 24

Anne Freytag - Mein bester letzter Sommer

In Begleitung der eigenen Tessa-und-Oskar-Playlist, erlebt man den Sommer in Italien, mit all seinen Höhen und Tiefen. Es gibt Momente, da möchte ich Tessa einfach nur schütteln und wachrütteln. Doch auch Oskar hat eine dunkle Seite, die bald zum Vorschein kommt. Und trotzdem gibt es immer wieder Momente, in denen sie einfach nur glücklich sind.

Ich habe das Buch bereits vor einigen Tagen beendet, brauchte aber diese Zeit zum Nachdenken. Über mich und mein Leben. Das ist es, was das Buch mit dir anstellt. Es hält dir den Spiegel vor und lässt dich unweigerlich nachdenklich zurück. Es katapultiert dich wieder in deine Jugend. Mitten hinein in die Sturm-und-Drang-Zeit.  Doch was ist, wenn man niemals die Möglichkeit hat, dieses Leben zu leben? Man sich niemals wird verlieben können? Heiraten? Die eigenen Kinder wird aufwachsen sehen? Ich möchte es mir nicht ausmalen. Ich möchte einfach nur glücklich sein über das, was ich bereits erleben konnte und noch erleben werde.

Und ja, ich werde einen anderen Blick auf die Dinge haben. Meinen Blick fokussieren. Heranzoomen. Genießen. Lieben. Lachen. Leben.

Fazit:
Dieses Buch ist einfach alles: intensiv und lebensbejahend und unendlich traurig. Es ist aber auch auf eine unglaubliche Art fröhlich. Es ist wie der Sommer und wie die Liebe. Diese eine große Liebe, die dir den Boden unter den Füßen wegzieht. Es ist wie der Sand, der durch die Finger gleitet. Es ist einfach nur wunderschön.
Sanja

[Sanja bloggt]: Franziska Moll – Egal wohin

Franziska Moll – Egal wohin
Loewe-Verlag
221 Seiten
ISBN: 978-3-7855-8022-6
12,95 €
ab 14 Jahren

Zur Autorin: 
Franziksa Moll lebt in der Nähe von Köln. Sie lernte an der Internationalen Filmschule das Drehbuchschreiben und entwickelte Sitcoms und Filmideen. Dann wechselte sie das Metier und schreibt jetzt nur noch Romane.

Zum Buch: 
Jo ist siebzehn Jahre alt und kann ihren achtzehnten Geburtstag kaum erwarten. Dann ist sie volljährig und will von zu Hause abhauen und alles hinter sich lassen. Mit Koch ein neues Leben auf Kreta beginnen und ein eigenes Restaurant eröffnen. Koch, der nicht Koch heißt, aber Koch ist. Mehr weiß Jo nicht von ihm. Das genügt ihr jedoch für ein neues Leben.
All die schrecklichen Erinnerungen an ihr altes Leben will sie hinter sich lassen.
Eines Tages ist Koch jedoch verschwunden und mit ihm das ganze gesparte Geld für Kreta. Jo wartet. In ihr lebt ein Hoffnungsschimmer, dass Koch zum vereinbarten Treffpunkt wieder auftaucht. In dieser Zeit ist Amar ihr eine große Stütze. Er ist ein Asylbewerber der ebenfalls im gleichen Restaurant wie Jo und Koch arbeitet. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Koch und finden am Ende sich selbst.

Meine Meinung: 
Jo, eigentlich Johanna lebt ihr eigenes Leben und will sich nicht den Konventionen ihrer Umwelt unterwerfen. Sie ist Kind wohlhabender Eltern und wohnt doch in einem Gartenhaus. Sie will auch äußerlich das genaue Gegenteil von ihrer Mutter sein und hat sich die Haare kurz geschoren. Sie soll ihr Abitur nachholen, doch Jo kellnert lieber in jenem heruntergekommenen Restaurant.
Dort hat sie Koch kennengelernt, der ihr eine große Hilfe im Leben ist. Koch, der immer eine Lebensweisheit von sich gibt und den Jo oft zitiert. Jo will so sein wie er und möchte mit ihm nach Kreta abhauen, um dort ein Restaurant zu eröffnen. Dafür lernt sie sogar extra Griechisch.

Die Geschichte beginnt elf Tage vor ihrem Geburtstag und zählt die Tage dann rückwärts. Am zehnten Tag ist Koch plötzlich verschwunden, ohne ein Wort. Dafür hat er anscheinend Amar ins Vertrauen gezogen. Amar, der die Teller spült. Ausgerechnet ihn!

Jo ist verwirrt und verletzt zugleich. Sie verhält sich Amar gegenüber kalt und abweisend. Sie stößt Amar immer wieder fort, doch er bleibt bei ihr und kümmert sich um sie. Amar, der das Leben mehr verstanden hat als sie.

Amar nickt. Er pustet in seinen Kaffee, nimmt einen vorsichtigen Schluck. „Menschen vergessen, was ist Liebe“, sagt er. „Und ohne Liebe, Mensch vergisst, wer Mensch ist“.
Franziska Moll // Egal wohin // S. 148

Jo ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, der in keine Schublade gesteckt werden will. Auch wenn sie ihre Mitmenschen nur verletzen möchte, steckt in ihr doch selbst eine verletzte Seele.

„Egal wohin“ – der Titel ist Programm: Jo will einfach nur weg – ganz egal wohin. Weg von ihren Eltern, die ihr keine Hilfe und Stütze sind in der schweren Zeit.

Was Jo letztendlich erlebt hat und warum sie so garstig ist, wird Stück für Stück enthüllt. Man lernt sich ihr ganz langsam zu nähern. Das ist gut so, denn Jo ist wahrlich keine einfache Persönlichkeit.

Das Buch hat mehr zu bieten, als es auf den ersten Blick scheint. Es handelt von Verlust, Trauerbewältigung und der Hoffnung auf einen Neuanfang. Es ist keine leichte Liebesgeschichte; es handelt vielmehr von der Suche nach der eigenen Identität und dem Ausbruch der aufgebürdeten Enge und Konventionen.

Trotzdem hatte ich meine Probleme, da mir alles nicht rund genug erschien. Als wenn etwas fehlen würde, dass ich nicht packen kann.

Fazit: 
Mich hat die Geschichte traurig und hoffnungslos zugleich zurückgelassen. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Eine Geschichte, die erst einmal verdaut werden will aber auch Hoffnung birgt.

Sanja

[Sanja bloggt]: Lilly Lindner – Was fehlt, wenn ich verschwunden bin

Lilly Lindner – Was fehlt, wenn ich verschwunden bin
Fischerverlag
397 Seiten
ISBN: 978-3-7335-0093-1
9,99 €
ab 14 Jahren

Zur Autorin:
Lilly Lindner wurde 1985 in Berlin geboren. Im Jahre 2011 veröffentlichte sie ihre Autobiografie, die sofort zum Besteller wurde. Sie gilt als literarisches Ausnahmetalent. Heute tourt sie quer durch die Republik und betreibt Öffentlichkeitsarbeit an Schulen.
Mehr unter www.lillylindner.de

Zum Buch:
April ist 16 Jahre alt und bekämpft seit Wochen ihre Magersucht in einer Klinik. Ihre Schwester Phoebe ist erst 9 Jahren alt und versteht das alles nicht. Wieso kann sie ihre Schwester nicht besuchen? Wann kommt April endlich nach Hause? Die eigenen Eltern sind ihr keine Hilfe und geben nur ausweichende Antworten. So beginnt Phoebe ihrer Schwester Briefe zu schreiben. Briefe, die nie beantwortet werden. Doch Phoebe ist sich sicher, dass April sie liest und dass sie ihr helfen werden in der dieser haltlosen Zeit.

Meine Meinung:
Wie soll man eine Rezension über ein Buch schreiben, wenn man gar nicht weiß, wie? Wo soll man anfangen? Was schreibt man?

Das Buch lag schon lange auf meinem SUB. Warum ich ausgerechnet jetzt dazu gegriffen habe, weiß ich gar nicht. Auch hatte ich dazu vorher gar keine Meinungen von anderen gehört oder gelesen, sodass ich völlig unvoreingenommen an dieses Buch heranging.

Zunächst war ich zwiegespalten. Bestand das Buch wirklich nur aus Briefen? Wo ist die aktive Handlung? Gibt es auch Briefe von April? Hm, ich war skeptisch. Irgendwie ist der Funke nicht übergesprungen. Ich las weiter. Und dann machte es „BÄM“!

Phoebe versteht nicht, warum April in eine Klinik eingewiesen wurde und sie ihre Schwester nicht besuchen kann. Die Fragen bleiben von den Eltern unbeantwortet. Mehr noch, sie wird mit ihren Sorgen alleine gelassen, da sich die Eltern völlig abkapseln. Sie sind mit der Situation überfordert und haben auch keine Zeit mehr für Phoebe. Zeit zum Streiten haben sie indes schon. Das ganze Glück ist im Hause abhanden gekommen.

Aber um ein Lachen sollte man normalerweisen auch nicht bitten müssen. Ein Lachen sollte man geschenkt bekommen.
So wie Liebe.
Und Ostereier.
Lilly Lindner // Was fehlt, wenn ich verschwunden bin // S. 15

So beginnt Phoebe Briefe an ihre Schwester zu schreiben. Briefe, die nie beantwortet werden: Sie erzählt April von ihrem Alltag, ihren Sorgen und Fragen. Sie beginnt, selbst Antworten zu finden, wo ihr diese von den  Erwachsenen verwehrt bleiben. Und doch ist da der kleine Hoffnungsschimmer, dass April bald nach Hause kehren wird.

Nach und nach erfahren wir immer mehr über Phoebe. Sie ist außergewöhnlich weit für ihr Alter. Sie hinterfragt den Sinn der Wörter, wirbelt sie durcheinander und ordnet sie neu an, sodass sie eine andere Bedeutung erhalten. Doch den Eltern ist das ganze Gerede zuviel. Sie haben einfach keine Lust und keine Energie sich mit ihrer Tochter auseinanderzusetzen.

Im zweiten Teil des Buches, in dem man endlich Antworten auf alle nagenden Fragen erhält, berichtet April über die Dinge aus ihrer Sicht. Plötzlich ergibt alles einen Sinn. Handlungsstränge werden miteinander verknüpft. Ich habe große Augen gemacht, denn die gesamte Tragweite des Unglücks war mir nicht klar.

April und Phoebe. Zwei Schwestern, beide wortgewandt und vom Leben und den äußeren Umständen ausgebremst. Die Eltern sind mit Ihnen überfordert; können ihnen nicht das Wasser reichen. Sie werden sich ihrer eigenen Unzulänglichkeiten kaum bewusst und verdrängen daher, dass sie selbst kalt und grausam sind.

Mit zehn Jahren wusste ich, dass ich ein Fremdwesen bin. Ein Fremdwesen in einem Fremdkörper, mit einer fremden Seele und einem fremden Verstand.
Lilly Lindner // Was fehlt, wenn ich verschwunden bin // S. 301

Lilly Lindner beweist mit ihrem ersten Jugendbuch eine wahre Wortakrobatik und das alles vor einem ernstzunehmenden Hintergrund. Zum einen ist da die Krankheit, an der die Familie zu zerbrechen droht und auf der andere Seite ist da die Zerbrechlichkeit einer Kinderseele, die keine Heilung findet.

Fazit:
Was am Ende bleibt ist nicht viel und doch alles:  Jeder Mensch ist einzigartig und hat es verdient geliebt zu werden. Ein Buch zum wieder-und-immer-wieder-lesen von  einer großartigen Erzählerin.
Dramatisch, offen und ehrlich.

Sanja

Mörderische Spurensuche in Wuppertal

Wie weit geht ein Autor, um einen Bestseller zu schreiben?

Der neue Wuppertal-Krimi: Tod in Wuppertal, TB € 9,99

Der neue Wuppertal-Krimi: Tod in Wuppertal, TB € 9,99

Leos Stiefvater ist Schriftsteller. Er nervt zwar manchmal durch Besserwisserei, aber ansonsten ist Marten ein netter Kerl – bis Leo eines Tages einen merkwürdigen Fund macht. Plötzlich muss er sich fragen, wie weit der Mann seiner Mutter bei den Recherchen für seinen neuen Roman tatsächlich geht. Die Entdeckung lässt Leo keine Ruhe mehr. Er spioniert seinem Stiefvater nach, sucht in Wuppertal nach Beweisen und merkt dabei nicht, dass er damit nicht nur sich selbst, sondern seine ganze Familie in tödliche Gefahr bringt.

Richard Keen lebt seit 30 Jahren in Deutschland. Der zweisprachig aufgewachsene Sohn eines Amerikaners und einer Deutschen arbeitet als Konzertveranstalter auf Mallorca und hat bereits in englischer Sprache veröffentlicht. Ihn faszinieren vor allem leise Geschichten, deren Dramatik sich von innen heraus entwickelt. „Tod in Wuppertal“ ist sein erster Thriller, der seine Premiere in Deutsch hat. Der Autor (44) lebt mit seiner Frau und drei Kindern in einer typischen deutschen Kleinstadt – und das sehr gern. Er verarbeitet in seinem Thriller auch Motive aus seinem Familienalltag, deshalb erfolgt die Veröffentlichung unter Pseudonym. Außerdem ist er ein ausgesprochener „Tatort“-Fan und rät bei fast jeder Folge den Mörder korrekt, zum Leidwesen seiner Familie.

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